Ärzte Zeitung online, 07.05.2010

Künstliche Befruchtung nach dem Tod des Samenspenders verboten

HAMBURG (dpa). In Deutschland darf sich eine Frau keine erst nach dem Tod ihres Mannes künstlich befruchteten Eizellen einsetzen lassen, um das "Kind eines Gestorbenen" auszutragen.

Das Embryonenschutzgesetz (ESchG) von 1990 verbietet die "künstliche Befruchtung nach dem Tode" in Paragraf 4: "Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer (...) wissentlich eine Eizelle mit dem Samen eines Mannes nach dessen Tode künstlich befruchtet." In diesem Fall kommen also nur der Arzt oder die Klinik mit dem Gesetz in Konflikt, die künstlich befruchtete Frau wird nicht bestraft.

Ärzte dürfen einer Witwe auch kein gefrorenes Sperma ihres zuvor gestorbenen Mannes zur späteren Befruchtung überlassen, denn in einem Land mit anderer Rechtslage könnte sich die Witwe damit legal befruchtete Eizellen einsetzen lassen.

Nach deutschen Recht macht sich aber auch strafbar, wer an einer im Ausland erlaubten Handlung mitwirkt, die in der Bundesrepublik verboten ist.

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Klinik muss künstlich befruchtete Eizellen an Witwe herausgeben

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