Ärzte Zeitung online, 29.06.2010

Chefarzt wegen zweiter Ehe gekündigt - Rechtsstreit in zweiter Runde

DÜSSELDORF (dpa). Die katholische Kirche geht rigoros gegen den "Sittenverfall" in den eigenen Reihen vor: Dem Chefarzt eines katholischen Krankenhauses in Düsseldorf wurde gekündigt, weil er nach einer Scheidung erneut geheiratet hatte.

Damit habe er gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre verstoßen, argumentiert sein Arbeitgeber, der kirchliche Träger der Klinik. Der Mediziner wehrte sich gegen seinen Rauswurf und bekam vor dem Düsseldorfer Arbeitsgericht zunächst Recht.

Doch der kirchliche Arbeitgeber lässt nicht locker und ist vor das Landesarbeitsgericht gezogen. Dort geht der Rechtsstreit am Donnerstag in die vermutlich entscheidende Runde.

Mit der zweiten Heirat habe der Arzt durchaus eine Pflichtverletzung begangen, die nach katholischem Kirchenrecht zur Kündigung berechtigt, ließ das Gericht vorab bereits erkennen. Ausschlaggebend ist aber, ob der Arbeitgeber von der zweiten Ehe schon länger gewusst und diese eine Weile toleriert haben könnte. In dem Fall könnte die Kündigung unwirksam sein.

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