Ärzte Zeitung online, 02.07.2010

Milch vergiftet - Haft für Würzburger Altenpflegerin

WÜRZBURG (dpa). Sie hatte ein starkes Schmerzmittel in die Milch ihrer Mitbewohnerin gemischt - und damit angeblich die Wirkung des Giftcocktails für einen Selbstmord testen wollen. Dafür wurde eine 23-jährige Altenpflegerin zu zwei Jahren und acht Monaten Haft verurteilt.

Das Landgericht Würzburg wertete die Tat in seinem Urteil am Donnerstag als gefährliche Körperverletzung. Den Mordvorwurf ließ es fallen.

Das Vorgehen der Angeklagten sei "hinterhältig, boshaft und gemein" gewesen, betonte der Kammervorsitzende Lothar Schmitt. Unklar blieb während des mehrtägigen Prozesses das genaue Tatmotiv der jungen Frau. Das Opfer - eine 20-jährige Studentin - war erst drei Tage vor der Giftattacke bei ihr in die Wohnung gezogen.

Der anfängliche Verdacht, die Altenpflegerin könnte einen solchen Giftcocktail auch Altenheimbewohnern verabreicht haben, habe sich nicht bestätigt, betonte der Kammervorsitzende.

Ein medizinischer Gutachter sagte am Donnerstag, die Schmerzmitteldosis sei viel zu gering gewesen, um bleibende Schäden oder gar den Tod zu verursachen. Die Frau habe eine emotional instabile Persönlichkeit und müsse behandelt werden. Auch die Staatsanwaltschaft rückte daraufhin von ihrem Vorwurf des Mordversuchs ab.

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