Ärzte Zeitung online, 12.07.2010

Gericht: Kein Schadenersatz für brechende Kinder

MÜNCHEN (dpa). Wenn sich ein Kind im Taxi übergibt, müssen die Eltern weder die Reinigung bezahlen noch anderen Schadenersatz leisten. Dies hat das Amtsgericht München in einem am Montag veröffentlichten Urteil klargestellt. Im vorliegenden Fall habe sich die Tochter plötzlich und unerwartet übergeben, ein Verschulden der Mutter liege daher nicht vor.

Grundsätzlich haften Eltern dem Urteil zufolge in derartigen Fällen nur dann, wenn sie die Übelkeit ihres Kindes früh erkennen konnten und trotzdem nichts unternommen haben, um eine Verunreinigung durch das Erbrochene zu vermeiden.

Im verhandelten Fall hatte der Taxifahrer von der Mutter des Kindes 190 Euro für die Reinigung des Taxis weitere 800 Euro für die Anmietung eines Ersatztaxis einklagen wollen. Der Richter hatte sich um einen Vergleich bemüht. Eine Grundlage für die Haftung der Mutter sei nicht erkennbar, ein Ersatz wenigstens der Reinigungskosten gleichwohl vernünftig und fair, argumentierte er.

Weil die Mutter dies aber weit von sich wies, wurde die Klage des Taxifahrers abgewiesen - eben weil es keine Rechtsgrundlage für eine Haftung der Mutter gab.

Urteil des AG München, Az.: 155 C 16937/09

Topics
Schlagworte
Recht (11945)
Panorama (30488)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hohes Sterberisiko bei Ausbruch in der Adoleszenz

Wenn sich Typ-1-Diabetes in einem besonders vulnerablen Alter manifestiert, brauchen Betroffene viel Aufmerksamkeit. Sie haben ein hohes Risiko, an Komplikationen zu sterben. mehr »

100 Prozent Zustimmung

Die KBV-Vertreterversammlung präsentiert sich in neuer Einigkeit und richtet die Speere – wieder – nach außen. Klare Kante gegenüber dem Gesetzgeber und den Krankenhäusern. "Wir sind auf Kurs", meldete KBV-Chef Gassen. mehr »

Herz-Kreislauf-Risiko von Anfang an im Blick behalten!

Bei RA-Patienten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die wichtigste Todesursache. Die aktuellen Therapiealgorithmen zielen nicht zuletzt darauf ab, die Steroidexposition zu begrenzen. mehr »