Ärzte Zeitung online, 27.07.2010

Auch FH-Lehrer haben Wissenschaftsfreiheit

KARLSRUHE (dpa). Auch Professoren an Fachhochschulen können sich auf die im Grundgesetz garantierte Wissenschaftsfreiheit berufen. Dennoch dürfen die Hochschulen Professoren grundsätzlich zur Übernahme bestimmter Lehrveranstaltungen verpflichten, urteilte das Bundesverfassungsgericht in einer am Dienstag veröffentlichten Grundsatzentscheidung.

Bislang war unklar, ob und in welchem Umfang sich Fachhochschullehrer auf die Freiheit von Forschung und Lehre berufen dürfen. Traditionell war dieses Grundrecht nur den Universitätsprofessoren vorbehalten.

Die Karlsruher Richter wiesen allerdings die Verfassungsbeschwerde eines FH-Professors für Vermessungskunde an der Hochschule Wismar in Mecklenburg-Vorpommern zurück. Er wollte sich dagegen wehren, Lehrveranstaltungen in Darstellender Geometrie übernehmen zu müssen.

Entscheidungen der Hochschulorgane über die Verteilung und Übernahme von Lehrverpflichtungen seien grundsätzlich zulässig, entschieden die Verfassungsrichter. Ob im konkreten Fall die Grenzen der "Zuweisung fachfremder Lehre" überschritten sind, müssen nun die Verwaltungsgerichte im Hauptsacheverfahren klären.

Urteil des Bundesverfassungsgericht, Az.: 1 BvR 216/07

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