Ärzte Zeitung online, 08.09.2010

Missachtung des Berufsverbots: Ermittlungen gegen Apotheker

FRANKFURT/MAIN (pei). Die hessische Zentralstelle zur Bekämpfung von Vermögensstraftaten und Korruption im Gesundheitswesen hat am Mittwoch die Geschäftsräume eines Apothekers in Frankfurt durchsucht. Der 51-jähriger Apotheker soll seine Apotheke faktisch weiterhin geführt haben, obwohl seit 2009 gegen ihn ein vorläufiges Berufsverbot verhängt ist.

Die Betriebserlaubnis war nach vorübergehender Schließung auf die Ehefrau übergegangen. Die Ermittlungen gegen den Apotheker kamen in Gang, nachdem sich Gewerbetreibende aus der Umgebung darüber beschwert hatten, dass sich Drogenabhängige ständig an der Apotheke aufhielten.

Laut Zentralstelle steht der Pharmazeut unter dem Verdacht, illegal Rohypnol-Tabletten an Drogenabhängige verkauft zu haben. Als Bezahlung für das Rohypnol soll der Apotheker von den Drogenabhängigen Rezepte für Medikamente, etwa gegen HIV, angenommen und bei den Krankenkassen betrügerisch abgerechnet haben.

Zwei Kunden des Apothekers wurden bereits vom Amtsgericht Frankfurt wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz verurteilt. Die Zentralstelle erwartet, dass die Ermittlungen im ersten Quartal des nächsten Jahres abgeschlossen werden. Zum mutmaßlichen Schadensumfang machte die Behörde keine Angaben.

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