Ärzte Zeitung, 18.09.2010

Coburger Psychiater muss erneut auf die Anklagebank

COBURG (dda). Erneut auf der Anklagebank des Coburger Landgerichts sitzen muss ab November ein ehemaliger Dozent der Fachhochschule Coburg und Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie. Denn: Das Oberlandesgericht (OLG) Bamberg hat jetzt einen von der dortigen Kammer erlassenen Freispruch für den Arzt (wir berichteten) aufgehoben und zur Neuverhandlung wieder an die Coburger Justizbehörde zurück verwiesen.

Coburger Psychiater muss erneut auf die Anklagebank

Im Angesicht von Justitia: ein Coburger Psychiater muss sich erneut vor Gericht verantworten.

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Bereits im Mai 2009 wurde dem Psychiater, damals mit eigener Praxis in Coburg, vorgeworfen, ein sexuelles Verhältnis zu einer psychisch erkrankten Studentin unterhalten und deren Hilflosigkeit für seine Gelüste ausgenutzt zu haben. In einem ersten Verfahren vor dem Coburger Schöffengericht wurde der 48-Jährige zu einer eineinhalbjährigen Bewährungsstrafe und zu einer Geldstrafe von 7000 Euro verurteilt. In einem aufwendigen Berufungsprozess wurde der Mediziner dann Ende Dezember 2009 von den Vorwürfen "Ausnutzung eines Beratungs-, Behandlungs- und Betreuungsverhältnisses in neun Fällen" freigesprochen.

Erneut saß der Professor dann im März vor dem selben Richter, in einem neuen Verfahren in erster Instanz. Nun wurde dem Angeklagten vorgeworfen, eine Kollegin aus seiner Gemeinschaftspraxis in der Mittagspause mit einer Spritze betäubt und diese dann im bewusstlosen Zustand vergewaltigt zu haben. Der 48-Jährige wurde auch hier von den Vorwürfen freigesprochen, diesmal hatte die Nebenklage Revision gegen das Urteil eingelegt.

Bei dem für Spätherbst angesetzten Termin wird diesmal der Vizepräsident des Coburger Landgerichts den Vorsitz übernehmen.

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