Ärzte Zeitung online, 25.10.2010

Pflegerin dreht Gelähmtem Sauerstoff ab

LONDON (dpa/eb). Ein querschnittsgelähmter Brite hat schwere Gehirnschäden davongetragen, weil eine Pflegerin ihm aus Versehen den Sauerstoff abgedreht hat.

Der 37 Jahre alte Jamie M., der nach einem schweren Unfall 2002 vom Nacken abwärts gelähmt, aber geistig fit gewesen sei, habe nur noch die Auffassungsgabe eines Kleinkindes, erklärte seine Schwester am Montag der BBC.

Der Mann aus Devizes in Südengland war mit dem Service des Betreuungsdienstes schon zuvor unzufrieden und ließ deshalb eine Überwachungskamera über seinem Bett installieren.

Die Aufnahmen der Videokamera zeigen, wie die Krankenschwester im Januar 2009 das Beatmungsgerät ausschaltet. Der Mann, der nicht mehr sprechen konnte, versuchte noch mit der Zunge Warngeräusche zu machen, aber ohne Erfolg. Er wurde bewusstlos. Es dauerte 21 Minuten, bis sich die Maschine selbst wieder eingeschaltet hatte.

Eine Untersuchung des staatlichen Gesundheitsdienstes soll nun unter anderem herausfinden, ob die private Pflegefirma möglicherweise Fehler gemacht hat.

Es wurden Vorwürfe laut, dort gebe es keine funktionierenden Prüfmechanismen, ob das Personal ausreichend für die Bedienung von Beatmungsgeräten ausgebildet sei.

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