Ärzte Zeitung online, 27.10.2010

Vergleich in den USA: GlaxoSmithKline zahlt für verunreinigte Medikamente

WASHINGTON/LONDON (dpa). Der britische Pharmakonzern GSK muss in den USA nach einem Vergleich 750 Millionen Dollar (540 Millionen Euro) zahlen, weil er über Jahre hinweg verunreinigte Medikamente oder solche mit falschen Inhaltsstoffen verkauft hatte. Die Fabrik, in der diese Medikamente hergestellt worden waren, ist mittlerweile geschlossen.

GSK räumte am Dienstag ein, dass die Produktion im Werk Cidra in Puerto Rico mangelhaft war. Mit dem US-Justizministerium einigte sich das Unternehmen nach langen Ermittlungen auf einen Vergleich.

Nach Angaben von Staatsanwalt Tony West wurden Medikamente während der Produktion verunreinigt, mal in falsche Flaschen abgefüllt, mal stimmten die Inhaltsstoffe nicht. Im vergangenen Jahr wurde die Fabrik geschlossen

Eine zwischenzeitlich entlassene Qualitätsmanagerin hatte den Konzern nach Angaben ihrer Anwälte schon 2002 auf die Probleme hingewiesen, war demnach aber auf taube Ohren im Management gestoßen und hatte sich deshalb 2004 an die US-Behörden gewandt.

Als Informantin (Whistleblower) steht ihr nach US-amerikanischem Recht eine Belohnung zu. Die Frau erhielt alleine von der Regierung in Washington 96 Millionen Dollar - laut "New York Times" die höchste Summe, die ein Whistleblower jemals bekam. Hinzu kommen weitere Millionen aus den Bundesstaaten.

Mitteilung des US-Justizministeriums

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