Ärzte Zeitung online, 12.11.2010

4500 gefälschte Stromrechnungen aufgetaucht

DETMOLD (dpa). Der bundesweite Betrug mit gefälschten Stromrechnungen nimmt immer größere Dimensionen an. Bei der Staatsanwaltschaft Detmold sind inzwischen mehr als 4500 Fälle bekannt, in denen Kunden gefälschte Rechnungen und Überweisungsträger erhalten haben.

"Die Stromabrechnungen sind hauptsächlich an Gastronomie-Betreiber geschickt worden und beliefen sich darum jeweils auf mindestens 600 Euro", sagte der Detmolder Staatsanwalt Christopher Imig und bestätigte einen Bericht des "Westfalen-Blatts" (Freitagsausgabe). Demnach hat der Drahtzieher sich unter dem Decknamen "Stadtwerke GmbH" insgesamt mehr als zwei Millionen Euro erschleichen wollen.

Besonders erfolgreich sei der versuchte Betrug aber nicht gewesen, denn nur 30 Stromkunden hätten die gefälschten Rechnungen bezahlt. "Den Kunden selbst ist zum Großteil der dubiose Absender der Rechnungen aufgefallen", sagte Imig. "Und auch Polizei, Banken und Stadtwerke sind schnell aufmerksam geworden, so dass kein finanzieller Schaden entstanden ist." Für die Überweisungen hatte der unbekannte Betrüger einen 39 Jahre alten arbeitslosen Mann aus Lemgo überredet, zwei Konten bei den Sparkassen Lemgo und Detmold (Nordrhein-Westfalen) zu eröffnen und ihm zur Verfügung zu stellen.

Der Helfer hatte sich bei der Polizei gestellt, als er von den Betrügereien hörte. Er gab an, den Betrüger im Urlaub kennengelernt zu haben. Dieser habe sich als internationaler Händler ausgegeben, der ein Konto in Deutschland gebraucht habe. Für die Kontoeröffnungen hatte der Betrüger dem 39-Jährigem eine Provision angeboten.

"Gegen den Mann wird jetzt wegen Geldwäsche ermittelt. Anscheinend hat er aber mit der Betrügerei an sich nichts zu tun", sagte Imig. Nach dem Drahtzieher werde weiter gesucht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Generelle Landarztquote ist vom Tisch

Der Masterplan Medizinstudium 2020 ist in trockenen Tüchern. Länder können, müssen aber keine Zulassungsquote für Landärzte in spe festlegen. mehr »

Was neue Onkologika den Patienten tatsächlich bringen

Ist das Glas halb voll oder halb leer? Neue Onkologika haben die Überlebenszeit von Krebspatienten in den vergangenen zwölf Jahren im Schnitt um 3,4 Monate verlängert. Dieser Vorteil geht oft zulasten der Sicherheit. mehr »

Kassen und KBVdrücken aufs Tempo

Bisher trat die Selbstverwaltung bei der Digitalisierung eher als Bremser auf. Bei den Formularen geben KBV und Kassen jetzt Gas: Im Juli kommt der digitale Laborauftrag. mehr »