Ärzte Zeitung online, 29.11.2010

Affäre um gefälschte Studie: "Nur die Spitze des Eisbergs"

Der Fall um eine offenbar gefälschte Studie des ehemaligen Chefarztes der Anästhesie am Klinikum Ludwigshafen weitet sich aus. Eine Untersuchungskommission bestätigt die Zweifel an der Echtheit. Jetzt sollen auch seine anderen Veröffentlichungen unter die Lupe genommen werden.

Affäre um gefälschte Studie: "Nur die Spitze des Eisbergs"

Klinikum Ludwigshafen: Der Chef der Anästhesie stolpert über seine eigene Studie.

© Rudolf Stricker / Wikimedia

LUDWIGSHAFEN (eb/dpa). Der bisherige Chefarzt für Anästhesie und Operative Intensivmedizin des Klinikums Ludwigshafen, Professor Joachim Boldt, hat Untersuchungen zufolge mindestens eine wissenschaftliche Studie gefälscht.

Wie eine vom Klinikum einberufene Untersuchungskommission am Montag mitteilte, sei nicht nur die wissenschaftliche Publikation, die im amerikanischen Journal "Anesthesia and Analgesia" veröffentlicht wurde, gefälscht.

Ein wichtiger Hinweis darauf sei unter anderem, dass es zu der Arbeit keine gespeicherten Daten in der Klinik gebe. Der betroffene Chefarzt habe auch die Unterschriften der Mitautoren gefälscht.

Nun sollen auch andere wissenschaftliche Arbeiten des Mediziners auf den Prüfstand kommen. "Ich vermute, es ist die Spitze eines Eisbergs", sagte am Montag der Vorsitzende der Kommission, Professor Eike Martin, Direktor der Klinik für Anästhesiologie an der Uniklinik Heidelberg. Das Klinikum hat sich inzwischen von dem Arzt getrennt. Patienten seien nicht zu Schaden gekommen, hieß es.

Lesen Sie dazu auch:
Gefälschte Studie: Ermittler prüfen Urkundenfälschung

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Resistente Keime bedrohen Fortschritte aus Jahrzehnten

Jeder vierte Todesfall durch Antibiotika-resistente Keime weltweit wird durch Tuberkulose (TB) bedingt. Um die Situation zu verbessern, reichen neue Arzneien aber nicht aus, betonen TB-Experten. mehr »

Regelmäßiges Frühstück ist offenbar gut fürs Herz

Wer regelmäßig frühstückt, beugt damit offenbar kardiovaskulären Erkrankungen vor, berichtet die American Heart Association (AHA). mehr »

Sperma-Check per Smartphone-App

Millionen von Paaren weltweit wollen ein Kind, doch es klappt nicht. Die Ursachen liegen in etwa der Hälfte der Fälle beim Mann. Ein einfacher Test könnte Männern künftig die Untersuchung ihres Spermas erleichtern. mehr »