Ärzte Zeitung online, 07.12.2010

Krankenkasse muss nicht für Vergrößerung der Klitoris aufkommen

KASSEL (bü). Leidet eine gesetzlich krankenversicherte Frau unter einer Störung der Geschlechtsidentität, so hat sie keinen Anspruch darauf, dass ihr die Krankenkasse eine operative Vergrößerung der Klitoris und die Versorgung mit Schamlippenimplantaten finanziert.

Die Klägerin strebt eine Anpassung an das männliche Geschlecht an, ohne ihre weiblichen körperlichen Merkmale vollständig zu verlieren, und wollte die Kosten der Behandlung von ihrer Krankenkasse erstattet bekommen.

Das Bundessozialgericht sah hierfür unter keinem Gesichtspunkt eine gesetzliche Grundlage. Eingriffe in intakte Organsysteme seien von den Betroffenen selbst zu finanzieren.

Eine Ausnahme komme "nur im Falle der "Frau zu Mann"- oder "Mann zu Frau"-Transsexualität in Betracht".

Az.: B 1 KR 5/10 R

Topics
Schlagworte
Recht (12041)
Panorama (30659)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »