Ärzte Zeitung online, 30.12.2010

Zöller: Schnellere Hilfe für Opfer von Behandlungsfehlern

BERLIN (dpa). Nach dem Willen des Patientenbeauftragten der Bundesregierung, Wolfgang Zöller (CSU), sollen Opfer von ärztlichen Behandlungsfehlern künftig schneller entschädigt werden. Wie bereits in Österreich müsse auch in Deutschland ein Entschädigungsfonds eingerichtet werden.

Ein solcher Fonds leiste den Betroffenen schnelle Hilfe und trage dazu bei, jahrelange Schadenersatzprozesse mit unsicherem Ausgang zu vermeiden. Die Initiative solle Teil des von der schwarz-gelben Koalition für 2011 geplanten Patientenrechtegesetzes sein, sagte Zöller im Gespräch mit der "Berliner Zeitung" (Donnerstagsausgabe).

Nach unbestätigten Expertenschätzungen sind Jahr für Jahr etwa eine Million Patienten von falschen Behandlungen betroffen. Schadensersatz oder Schmerzensgeld bekommen allerdings nur wenige. Stellt eine Gutachterkommission fest, dass es einen Behandlungsfehler gab, könnte der Fonds sofort eine Entschädigung zahlen, erklärte der CSU-Politiker.

Finanzieren ließe sich der Fonds wie in Österreich aus Beiträgen von Ärzten, Haftpflichtversicherern und Krankenhauspatienten. Im Nachbarland erhalte jeder Patient Geld, bei dem eine schwere Schädigung nach einer medizinischen Behandlung eingetreten ist - unabhängig davon, ob dem Arzt dafür eine Mitschuld nachzuweisen ist.

[30.12.2010, 12:27:50]
Dr. Elisabeth Rowe 
Dann sollte man besser gleich das ganze Gesundheitswesen verstaatlichen.
Sicher ist es schwer zu akzeptieren, daß Krankheiten und deren Verlauf meist schicksalhaft sind. Wer neigt schon nicht dazu, einen Verantwortlichen zu suchen, wenn eine Krankheit sich trotz oder wegen Erkennung und Behandlung verschlimmert und sogar mit dem Tod endet. Durch mehr oder weiniger seriöse Berichte in den Medien werden Patienten gerade dazu ermuntert, Schicksalsverantwortliche zu suchen. Vielleicht ist ja gerade der für Patienten kostenlose Zugang zu den Schlichtungsstellen eine sehr, sehr niedrige Hürde.

"Schwere Schädigung nach einer medizinischen Behandlung" --- das kann eine als sehr auffällig empfundene Narbe im Gesicht nach der Entfernung eines Basalioms sein oder auch eine tödlche Infektion unter immunsuppressiver Behandlung oder, oder, oder. Um eindeutige Kunstfehler geht es ja wohl nicht bei dem Vorschlag des Herrn Zöller.  zum Beitrag »

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