Ärzte Zeitung online, 19.01.2011

Tod nach Karies-Behandlung: Anästhesistin verurteilt

RHEINBERG (dpa). Nach dem Tod eines dreijährigen Mädchens bei einer Karies-Behandlung ist eine 53-jährige Narkose-Ärztin wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Amtsgericht Rheinberg (Nordrhein-Westfalen) verhängte am Mittwoch neun Monate Haft auf Bewährung gegen die Medizinerin.

Bei der Beatmung des Mädchens während der Vollnarkose sei es zu gravierenden Fehlern gekommen. So hätte die Anästhesistin dringend einen Pfleger benötigt, um die Beatmung mittels Nasopharyngealtubus zu gewährleisten.

Auch bei der Messung der Sauerstoffwerte und der Dokumentation sei es zu Fehlern gekommen. Bei der Reanimation habe sich das Fehlen eines Pflegers ebenfalls nachteilig ausgewirkt, hatte ein Sachverständiger festgestellt.

Die Ärztin hatte argumentiert, die Mutter des Mädchens habe ihr eine Scharlach-Erkrankung und Antibiotika-Behandlung im Vorfeld der Op verschwiegen. Doch der Sachverständige sagte aus, dies stehe nicht im Zusammenhang mit dem Tod des Mädchens. Die behandelnde Zahnärztin trifft den Ermittlungen zufolge keine Schuld.

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