Ärzte Zeitung, 31.03.2011

Streit um Hilfsmittel: Gericht betont Wert der Selbstständigkeit

MAINZ (mwo). Kranke und Behinderte haben Anspruch auf ein Hilfsmittel - auch dann, wenn dies durch Pflegekräfte oder andere Helfer entbehrlich wird.

Eine Verweigerung der Krankenkasse verstößt gegen den Grundsatz der Selbstbestimmung und gegebenenfalls auch gegen Intimschutz und Menschenwürde, heißt es in einem Beschluss des Landessozialgerichts (LSG) Rheinland-Pfalz in Mainz.

Die behinderte Klägerin hatte bei ihrer Krankenkasse einen Dusch-WC-Aufsatz beantragt. Mit dem 3500 Euro teuren Hilfsmittel kann sie auf der Toilette selbst ihren Intimbereich reinigen. Die Krankenkasse lehnte eine Kostenübernahme ab: Für den Toilettenbesuch samt Intimreinigung seien bereits Pflegekräfte eingeplant.

Doch das wäre mit dem gesetzlichen Ziel möglichst weitgehender Selbstständigkeit und Selbstbestimmung nicht vereinbar, befand das LSG. Beim Thema Intimreinigung verstoße die Argumentation der Krankenkasse zudem auch gegen die Menschenwürde.

Az.: L 5 KR 59/11 B ER

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »