Ärzte Zeitung online, 31.03.2011

Entschädigung für Sex- und Spielsucht durch Parkinson-Mittel

PARIS (dpa). Ein Pharmakonzern ist zur Zahlung von gut 121.000 Euro verurteilt worden, weil ein Patient nach der Einnahme eines Medikaments gegen Parkinson sex- und spielsüchtig wurde.

Ein Gericht in Nantes gab am Donnerstag dem 51-jährigen Kläger Recht, dessen Anwalt das Urteil bekanntmachte.

Der Konzern müsse an den Kläger 110.000 Euro Schmerzensgeld sowie 11.315 Euro an dessen Krankenkasse zahlen, berichtete die Nachrichtenagentur AFP. Auf dem Beipackzettel seien die Nebenwirkungen nicht aufgeführt.

Der Franzose hatte zunächst 450.000 Euro gefordert. Er habe nach Einnahme der Arznei zwischen 2003 und 2005 eine Hypersexualität entwickelt und sich verstärkt dem Glücksspiel hingegeben.

Seine Anwälte hatten argumentiert, dass der fehlende Hinweis auf diese Nebenwirkungen einen schweren Mangel darstelle. Nach Bekanntwerden des Falles meldeten sich dem Bericht nach etliche weitere Patienten, die unter ähnlichen Nebenwirkungen litten.

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