Ärzte Zeitung online, 06.04.2011

Arzt und Apotheker wegen Betrugsverdacht vor Gericht

NEU-ISENBURG (ths). Vor dem Frankfurter Landgericht müssen sich seit gestern ein Allgemeinarzt aus Frankfurt/Main und ein Apotheker aus Bad Homburg verantworten. Ihnen wird vorgeworfen, die AOK Hessen um mehr als 700.000 Euro betrogen zu haben. Das berichten mehrere hessische Lokalmedien.

Die beiden Angeklagten werden beschuldigt, in den Jahren 2002 und 2003 monatlich bis zu 30.000 Euro für angeblichen Praxisbedarf wie etwa Arzneien und Verbände abgerechnet zu haben. Den Berichten zufolge liegen die Abrechnungen unrealistisch hoch.

Wie die Zeitungen berichten, hat der Apotheker am ersten Prozesstag ein Geständnis abgelegt. Der 52-Jährige gab demzufolge an, sich mit dem Betrug aus seiner finanziellen Schieflage befreien zu wollen. Den Plan dazu, die Krankenkasse zu betrügen, hätten aber der Arzt und dessen Ehefrau entwickelt.

AOK schöpft spät Verdacht

Laut den Ermittlungen hat der Mediziner Rezepte für seinen angeblichen Praxisbedarf an den Apotheker weitergeleitet, der sie dann mit der AOK abgerechnet hat. Der Arzt wird erst später im Prozess, der bis Mai angesetzt ist, aussagen.

Offen blieb am ersten Prozesstag die Frage, warum die AOK erst spät Verdacht schöpfte. 2003 stellte sie schließlich Strafanzeige.

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