Ärzte Zeitung online, 24.05.2011

Zweiter Prozess: Haftstrafe für Ecstasy-Arzt verkürzt

BERLIN (dpa). Nach einer tödlichen Drogen-Therapie ist einem 52-jährigen Arzt in einem Wiederholungsprozess die Haftstrafe verkürzt worden.

Das Berliner Landgericht verurteilte ihn am Dienstag zu vier Jahren und drei Monaten Haft. Im Mai 2010 war der Therapeut noch wegen Körperverletzung mit Todesfolge eine sechs Monate längere Strafe bekommen.

Im zweiten Prozess verurteilte das Gericht den Mann hingegen wegen Überlassens von Drogen mit Todesfolge und fahrlässiger Körperverletzung.

Er darf auch nicht mehr als niedergelassener Arzt oder Psychotherapeut arbeiten. Bei seiner Behandlung waren im September 2009 zwei Patienten an einer Überdosis Ecstasy gestorben. Fünf weitere kamen mit Vergiftungen ins Krankenhaus.

In dem Wiederholungsprozess stellten die Richter fest, dass der Mediziner durch einen leichtfertigen Fehler beim Abwiegen eine Überdosis Ecstasy verabreicht hatte. on einer vorsätzlichen Schädigung seiner Patienten gingen die Richter jetzt nicht mehr aus.

Die Verteidigung hatte gegen das erste Urteil Revision eingelegt, weil sie von Fahrlässigkeit statt Vorsatz ausgegangen war. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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