Ärzte Zeitung online, 16.06.2011

Haftstrafe für Altenpfleger, der wehrlose Heimbewohnerinnen vergewaltigte

PADERBORN (dpa). Ein 28 Jahre alter Altenpfleger muss wegen der Vergewaltigung wehrloser Heimbewohnerinnen für sechseinhalb Jahre ins Gefängnis.

Haftstrafe für Altenpfleger, der wehrlose Heimbewohnerinnen vergewaltigte

Das Landgericht Paderborn schickt den Altenpfleger ins Gefängnis, verzichtet aber darauf, eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft anzuordnen.

© Kuzma / shutterstock.com

Das Landgericht Paderborn verurteilte den jungen Familienvater am Mittwoch wegen neun Vergewaltigungen und zweifachen sexuellen Missbrauchs von Widerstandsunfähigen.

Der Mann hatte die Taten in einer Klinik in Bad Lippspringe weitgehend eingeräumt, sagte ein Gerichtssprecher.

Ein Opfer ist eine Wachkoma-Patientin

Demnach hatte der Mann in der Zeit von Dezember 2007 bis Dezember 2010 während seines Dienstes drei wehrlose alte Frauen sexuell missbraucht und vergewaltigt.

Die Opfer waren zwischen 66 und 82 Jahre alt. Unter ihnen war auch eine 73 Jahre alte Wachkoma-Patientin.

Der Anklage zufolge hatten sich zwei der Opfer entgegen der Erwartung des Täters in einzelnen Fällen etwas gewehrt. So war die 73-Jährige plötzlich kurzzeitig aus dem Koma erwacht.

Erst geleugnet, dann geständig

Die 82-Jährige, die unter Demenz leidet, hatte ihren Angehörigen eines Tages berichtet, dass der Pfleger sich an ihr vergangen habe.

Ende Dezember 2010 hatte die Klinik die Tat an der 82-jährigen Patientin angezeigt. Nachdem der Verdächtigte die Tat zunächst geleugnet hatte, legte er Anfang 2011 ein Geständnis ab und räumte weitere Verbrechen ein.

Die Staatsanwaltschaft hatte sieben Jahre Haft, die Verteidigung sechseinhalb Jahre gefordert. Für die Erörterung der einzelnen Fälle war die Öffentlichkeit von der Sitzung ausgeschlossen.

Keine Sicherungsverwahrung

Zwischenzeitlich war auch eine Sicherungsverwahrung im Anschluss an die Haft im Gespräch. Diesen Vorbehalt habe das Gericht aber nicht angeordnet, sagte der Gerichtssprecher.

Der dreifache Vater aus Willebadessen habe die Taten alle während seines Dienstes im Pflegeheim begangen. Durch das Urteil sei es praktisch ausgeschlossen, dass er je wieder eine Anstellung in einem Altenheim bekomme.

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