Ärzte Zeitung, 05.07.2011

Gericht: Blinder darf nicht Heilpraktiker werden

MAINZ (bü/eb). Fehlendes Sehvermögen macht es nach einem Urteil des Mainzer Verwaltungsgerichts unmöglich, als Heilpraktiker zu arbeiten. Das Gericht hat die Ablehnung eines blinden Physiotherapeuten bestätigt, der im Landkreis Mainz-Bingen nicht zur Heilpraktikerprüfung zugelassen worden ist.

Ein Physiotherapeut könne zwar auf Anweisung und unter Aufsicht eines Arztes tätig sein. Als Heilpraktiker müsse er jedoch eigenverantwortlich Erkrankungen des Bewegungsapparates "mit hinreichender Sicherheit erkennen" können, was ihm wegen seiner Behinderung aber nicht möglich sei.

Für die "notwendige Beobachtung von Körperhaltung und Gehmustern" reiche das dreiprozentige Sehvermögen des Mannes nicht aus.

Gerade bei orthopädischen Erkrankungen sei es nötig, Körperhaltung und Gang des Patienten genau zu beobachten.

Berufung ist möglich

Der Kläger hatte die Anforderungen für eine beschränkte Zulassung als Heilpraktiker für überzogen gehalten. In seiner Klage hatte er auf ähnliche Fälle verwiesen, in denen Blinden eine Heilpraktikererlaubnis im Bereich der Physiotherapie erteilt worden sei.

Gegen das Urteil ist eine Berufung vor dem rheinland-pfälzischen Oberverwaltungsgericht in Koblenz möglich.

Az.: 4 K 927/10

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Schelte für die SPD und die Bürgerversicherung

Bei der Eröffnung des 120. Deutschen Ärztetags nahm BÄK-Präsident Montgomery die Gerechtigkeitskampagne der SPD ins Visier. Lob gab es hingegen für Gesundheitsminister Gröhe. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »