Ärzte Zeitung online, 18.07.2011

Alkohol in der Firma ist schlecht für den Versicherungsschutz

DARMSTADT (dpa). Wer in der Firma Alkohol trinkt, sich hinters Steuer setzt und auf dem Nachhauseweg einen Unfall verursacht, kann den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz für Arbeitnehmer verlieren.

Nach einem Urteil des Landessozialgerichts Darmstadt erhält deshalb die Familie eines ums Leben gekommenen 30-Jährigen keine Hinterbliebenenrente.

Der Mann aus Hessen hatte zum Zeitpunkt des Unfalls im September 2007 auf der Heimfahrt von der Arbeit 2,2 Promille Alkohol im Blut - laut Gesetz absolut fahruntüchtig.

In dem Unternehmen galt allerdings ein Alkoholverbot. Die Richter ließen eine Revision zu, wie das Gericht am Montag mitteilte.

Der betrunkene Autofahrer habe Schuld an dem Unfall, der Arbeitgeber könne nicht mit zur Verantwortung gezogen werden, urteilte das Gericht.

Auf dem Gelände seien von der Firmenleitung nur alkoholfreie Getränke angeboten worden. Dass der 30-Jährige trotzdem mit Kollegen getrunken habe, sei seine eigene Verantwortung gewesen.

Die Richter befanden zudem, dass es nicht Sache des Arbeitgebers ist, den Alkoholkonsum zu unterbinden. Die Ehefrau hatte argumentiert, im Betrieb sei Alkohol üblich gewesen.

Wie bei einem alkoholkranken Beschäftigten zu entscheiden sei, ließ das Gericht offen. Dies treffe auf den konkreten Fall nicht zu.

Az.: L 9 U 154/09

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