Ärzte Zeitung online, 01.08.2011

Landgericht: Bier macht doch nicht schön

BERLIN (mwo). Der Deutsche Brauer-Bund darf nicht mit angeblich positiven Effekten von Bier auf Schönheit und Gesundheit werben. Das hat das Landgericht Berlin entschieden.

Landgericht: Bier macht doch nicht schön

Bier - mag den einen oder anderen schön "machen". Werben dürfen Brauer dafür aber nicht.

© Nik Frey / fotolia.com

Es gab damit einer Klage des Verbraucherzentrale Bundesverbands gegen die Internetseiten des Brauerbundes statt. Der Lobby-Verband der deutschen Brauereien hatte dort behauptet, mäßiger Biergenuss beuge Demenz, Altersdiabetes sowie Osteoporose (Knochenschwund) vor und mindere das Herzinfarktrisiko.

Das im Bier enthaltene Vitamin B sei "wichtig für eine reine Haut und schönes Haar". Die Kohlenhydrate des Gerstensafts wurden als "wichtige Fitmacher" bezeichnet.

Wie nun das Landgericht mit Urteil vom 10. Mai 2011 entschied, sind solche Aussagen eine nach EU-Recht unzulässige Absatzförderung für alkoholische Getränke.

Generell sei es nicht erlaubt, in der Werbung Lebensmitteln "medizinische Eigenschaften" zuzuschreiben, sofern sie nicht von der EU-Kommission vorgegebene "Nährwertprofile" erfüllen.

Den Brauereien und ihrem Verband bleibe es unbenommen, abseits der Werbung über die gesundheitlichen Auswirkungen von Bier und Alkohol zu berichten, etwa über entsprechende Forschungsergebnisse, so das Landgericht weiter. Ein unverhältnismäßiger Eingriff in die Meinungsfreiheit sei daher "nicht zu erkennen".

Az.: 16 O 259/10

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Zahl der Behandlungsfehler stagniert

"Fehler passieren, auch in der Medizin. Aber die Wahrscheinlichkeit, dass Patienten durch einen Behandlungsfehler zu Schaden kommen, ist extrem gering." So lautete das Fazit von Dr. Andreas Crusius bei der Vorstellung der Behandlungsfehlerstatistik. mehr »

Naturvolk mit erstaunlich gesunden Gefäßen

In einer geradezu heroischen Studie haben US-Forscher Eingeborene der Amazonas-Region zur Calcium-Score-Messung in einen CT-Scanner geschoben. Noch nie wurde ein Volk mit so gesunden Arterien beschrieben. mehr »

Dann ist ein Hausbesuch abrechenbar

Die vollständige und vor allem korrekte Abrechnung der so genannten Leichenschau stellt Ärzte immer wieder vor Probleme. Beispielsweise stellt sich die Frage nach der eigenständigen Berechnung des Hausbesuchs. mehr »