Ärzte Zeitung online, 25.08.2011

PZN-Schlamperei: Konsequenzen nur für wenige Apotheken

BERLIN (cw). Die meisten Apotheken, die Rezepte mit dem noch nicht im Handel befindlichen betapharm-Metoprolol gekennzeichnet haben, werden wohl ziemlich glimpflich davon kommen.

Der Branchendienst "apotheke adhoc" veröffentlichte am Dienstag den Vertragsstrafen-Katalog, der zwischen DAV (Deutscher Apotheker Verband) und AOK Bundesverband in den vergangenen Tagen verhandelt wurde.

Die AOK will sich dazu erst äußern, wenn auch diesbezügliche Gespräche zwischen den Landesverbänden der Apotheker und den AOKen in den Ländern abgeschlossen sind. Allerdings wurden die Konditionen auch nicht dementiert.

Demnach sollen Apotheken, die lediglich ein oder zweimal Rezepte falsch bedruckt haben, nur verwarnt werden. Ab dem dritten falsch bedruckten Rezept würden 500 Euro fällig, jede weitere fingierte Abgabe des betapharm-Metoprolols koste 100 Euro zusätzlich.

Ab dem elften Lapsus würden 2400 Euro fällig. Danach ginge es "in Schritten von 200 Euro weiter", heißt es.

Konsequenzen reichen bis zum Approbationsentzug

Für die Apotheker, die trotz Friedenspflicht und erlaubter Abgabe alternativer Produkte bei der Abrechnung in großem Stil geschummelt haben - etwa ein Viertel aller 12.000 bundesweit in den Vorgang involvierten Apotheken hat zehnmal und öfter eine falsche Produktabgabe deklariert - hätte es weit schlimmer kommen können.

Denn streng genommen ist Rezeptbetrug ein Grund für den Entzug der Approbation. So etwa verlor ein bayerischer Apotheker 2008 die Zulassung, nachdem er unter Angabe falscher Pharmazentralnummern größere Packungen und teurere Präparate zu Lasten der AOK abgerechnet hatte. Die Sache ging seinerzeit bis vor das Bundesverwaltungsgericht.

Im aktuellen Fall dürfte der AOK aber kein finanzieller Schaden entstanden sein. Vielmehr bleiben die Apotheken voraussichtlich auch auf ihren Einkaufskosten sitzen, da die falschen Rezepte nicht korrekt abgerechnet werden können.

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