Ärzte Zeitung online, 21.10.2011

Brasilien: Nierenhandel - Haftstrafen für Ärzte

SãO PAULO (dpa). In Brasilien sind drei Ärzte zu langen Haftstrafen verurteilt worden, weil sie Mitte der 1980er Jahre vier noch lebenden Patienten Nieren für Organ-Transplantationen entfernten.

Die Patienten starben an den Folgen dieser Operationen. Ein Gericht in Taubaté, rund 140 Kilometer von São Paulo entfernt, verurteilte die Mediziner zu je 17 Jahren und sechs Monaten Haft. Die Taten stehen im Zusammenhang mit illegalem Organhandel.

Gegen die am späten Donnerstagabend ergangene Entscheidung ist Berufung möglich. Die Verurteilten bleiben solange auf freiem Fuß. Die Verbrechen wurden vom September bis Dezember 1986 begangen.

Laut Staatsanwaltschaft täuschten die Ärzte damals vor, dass die Patienten bereits hirntot seien, um von den Familien die Erlaubnis zu bekommen, die Nieren zu entfernen. Die Organe sollen an private Kliniken in São Paulo geliefert worden sein.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

ALS ist mit Demenz eng verwandt

Stephen Hawking ist wohl der berühmteste Patient, der an Amyotropher Lateralsklerose leidet.Forscher haben nun herausgefunden, dass ALS und temporale Demenz eng verwandte Krankheitsbilder sind. Das könnte Einfluss auf das Diagnoseverfahren haben. mehr »

Innovationsfonds startet in die Versorgungsrealität

Der Innovationsfonds ist offiziell in die Umsetzungsphase gestartet. Die 300 Millionen Euro für das Jahr 2016 teilen sich 91 Versorgungs- und Forschungsprojekte. mehr »

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »