Ärzte Zeitung online, 09.11.2011

Spanien: Prozess wegen Genitalverstümmelung

MADRID (dpa). Erstmals ist in Spanien ein Fall von weiblicher Genitalverstümmelung vor Gericht gebracht worden.

Ein Ehepaar aus dem westafrikanischen Land Gambia wird beschuldigt, ihre Tochter beschnitten zu haben, als das Mädchen ein Jahr alt war, wie spanische Medien am Mittwoch berichteten.

Die Eltern behaupten, die Beschneidung sei in ihrem Herkunftsland von den Großeltern mütterlicherseits vorgenommen worden.

Die Staatsanwaltschaft in der nordspanischen Stadt Teruel ist jedoch überzeugt, dass der Eingriff in Spanien ausgeführt worden sei. Es gebe keine Beweise, dass das Mädchen seit ihrer Ankunft in Spanien im Jahr 2009 ausgereist sei.

Den Eltern droht eine Haftstrafe von sechs Jahren. Die Staatsanwaltschaft verzichtet allerdings darauf, die Entziehung des Sorgerechts der Eltern zu beantragen, weil es zwischen den Eltern und ihren Kindern eine "gute gefühlsbestimmte Beziehung" gebe.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Neuroprothese lässt Gelähmten wieder zugreifen

Eine Neuroprothese ermöglicht einem Tetraplegiker, mit einer Gabel zu essen. Sein Hirn wird dabei per Kabel mit Muskeln in Arm, Hand und Schulter verbunden. mehr »

Mord und Totschlag in deutschen Kliniken?

Eine umstrittene Studie zu lebensbeendenden Maßnahmen in Kliniken und Pflegeheimen erhitzt die Gemüter. mehr »

Bruch mit dem deutschen Verordnungssystem?

Eine Gesetzesänderung ermöglicht Ärzten seit kurzem, Cannabis zulasten der Kassen zu verschreiben. Der Patient bezieht Cannabis aus der Apotheke. Das neue Rechtskonstrukt sehen viele aber als "Systembruch". mehr »