Ärzte Zeitung online, 03.01.2012

E-Zigaretten: Verband mahnt Ministerium ab

Weiter Streit um E-Zigaretten: Nachdem Ministerien und Behörden vor den Elektro-Kippen gewarnt haben, holen die Hersteller jetzt die Keule hervor - und drohen mit dem Kadi.

E-Zigaretten: Verband mahnt Ministerium ab

Mit Batterien zu rauchen, scheint im Trend: Die Behörden halten davon wenig.

© dpa

KÖLN (iss). Die Verkäufer von E-Zigaretten gehen in die Offensive. Der neu gegründete "Verband des eZigarettenhandels" hat Unterlassungs- und Widerrufserklärungen an das nordrhein-westfälische Gesundheitsministerium und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) gesandt.

Mit der Abmahnung reagiert die Branche auf die von den beiden Stellen herausgegebenen Warnungen vor den neuartigen Zigaretten.

Sowohl das Ministerium als auch die Bundeszentrale hatten auf mögliche gesundheitliche Folgen des Konsums der elektronischen Zigaretten hingewiesen und vom Gebrauch abgeraten.

Falschaussagen?

Der Interessenverband sieht darin Fehlinformationen. "Diese Falschaussagen hatten für eine Vielzahl von Händlern spürbare Umsatzrückgänge zur Folge", heißt es in einer Mitteilung. Zudem sei die Öffentlichkeit verunsichert worden.

Sowohl die BZgA als auch das NRW-Gesundheitsministerium prüfen zurzeit das Schreiben des Verbands. Die BZgA will sich zum Thema öffentlich nicht äußern.

Das Ministerium sieht dem Ergebnis der Prüfung offenbar gelassen entgegen. "Derzeit sieht das Ministerium keinen Anlass zur Veränderung bisher abgegebener Erklärungen", sagte ein Sprecher.

[04.01.2012, 18:36:50]
Olaf Grenzer 
Fehler der Vergangenheit
Es ist unglaublich! Jahrzehntelang wurden die Menschen von der Zigarettenindustrie über die Wirkungen und Nebenwirkungen des Rauchens im Unklaren gelassen und zum Teil schlichtweg belogen und nun kommt eine neuer Verband in dieser Überheblichkeit daher. Wo sind die unabhängigen Studien zur Unbedenklichkeit von E-Zigaretten, Betonung liegt auf unabhängig!
Auch eine geringere Schadstoffkonzentration wäre nicht akzeptabel, Schadstoff bleibt Schadstoff und der hat in der Lunge nichts zu suchen. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Hypertonie in jungen Jahren erhöht Risiko für den Nachwuchs

Das Alter, in dem sich ein Bluthochdruck manifestiert, beeinflusst nicht nur die persönliche Prognose eines Patienten, sondern wohl auch das Erkrankungsrisiko seiner Kinder. mehr »

Medienanamese künftig Bestandteil der U-Untersuchungen?

Schon bei Babys und Kleinkindern machen sich die Folgen übermäßigen Medienkonsums bemerkbar. Das geht aus der neuen BLIKK-Studie hervor. Pädiater reagieren besorgt. mehr »

Deutsche überschätzen Ebola-Gefahr und unterschätzen Masern

Im Mittelpunkt medialer Berichterstattung stehen meist große globale Bedrohungen wie Ebola und Zika. Doch Experten haben ganz andere übertragbare Erkrankungen im Visier. mehr »