Ärzte Zeitung online, 06.01.2012

Ex-Olympus-Chef gibt Comeback auf

TOKIO (dpa). Der entlassene Olympus-Chef Michael Woodford, der den Bilanzskandal beim japanischen MedTech- und Kamera-Hersteller aufgedeckt hat, gibt seinen Versuch einer Rückkehr an die Spitze auf.

Er werde nichts mehr unternehmen, um ein alternatives Team aus Direktoren zu bilden, sagte Woodford am Freitag in einer von japanischen Medien zitierten Stellungnahme. Als Begründung nannte er vor allem einen Mangel an Unterstützung durch große japanische Anteilseigner.

Hinzu komme die Belastung für seine Familie durch den Wirbel nach seiner Entlassung Mitte Oktober. Keiner der großen institutionellen Anteilseigner in Japan habe auch nur ein Wort der Unterstützung für ihn geäußert.

Stattdessen hätten sie im Endeffekt dem "verdorbenen und belasteten Vorstand" erlaubt, im Amt zu bleiben, wurde Woodford zitiert. Der Brite hatte den Bilanzskandal auffliegen lassen, weil er nach seinem Rauswurf an die Medien ging.

Nach wochenlangen Dementis musste Olympus einräumen, dass Verluste in Höhe von umgerechnet mehr als einer Milliarde Euro mit Hilfe von Übernahmen verschleiert worden waren. Der Bilanzskandal hat Olympus in eine tiefe Krise gestürzt.

Der aktuelle Chef Takayama hatte eine Rückkehr Woodfords in die Unternehmensführung ausgeschlossen. Er hatte allerdings ankündigt, dass die heutige Spitze sich zurückziehen werde, wenn sie die Krise in Griff bekommen habe. Einen Zeitraum nannte er nicht.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »