Ärzte Zeitung online, 03.04.2012

Zoll stoppt Thiopental-Lieferung

KÖLN (nös). Der Zoll in Bonn hat eine Lieferung von 2,5 Kilogramm Thiopental in den Iran gestoppt. Die Beschlagnahmung des Barbiturats habe bereits Mitte März stattgefunden, teilte das Hauptzollamt Köln am Montag mit.

Der Export von Thiopental ist neben weiteren kurz- und mittelwirksamen Barbituraten seit dem 21. Dezember vergangenen Jahres in der EU verboten. Die Stoffe fallen seit dem unter die Anti-Folter-Verordnung der Europäischen Union.

Auf die jetzt beschlagnahmte Sendung wurden die Zollbeamten durch Inaugenscheinnahme aufmerksam. Die Lieferung enthielt insgesamt 5000 Phiolen des Barbiturats. Von welchem Hersteller sie stammen, teilte der Zoll nicht mit.

"Es ist der Aufmerksamkeit des Abfertigungsbeamten zu verdanken, dass diese Substanz nicht exportiert werden konnte", sagte Herbert Salz, Leiter des Zollamts Bonn.

Die EU hatte die Barbiturate in die Anti-Folter-Verordnung aufgenommen, nachdem die USA im vergangenen Jahr mehrfach versucht hatten, Thiopental aus Europa zu importieren. Der Stoff wird dort als erstes von drei Arzneimitteln für die Hinrichtung mittels Giftspritze verwendet.

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »