Ärzte Zeitung, 16.08.2012

Kommentar

"Arzt GmbH" nicht ohne Gesetz

Von Martin Wortmann

Dass Ärzte als Freiberufler immer auch Unternehmer sind, war vielen früher nicht selbstverständlich. Inzwischen kann kein Arzt daran mehr Zweifel haben. Die Konsequenzen werden gerade mit Blick auf die Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) heiß diskutiert.

Ein Psychotherapeut in Rheinland-Pfalz versuchte es nun mit der Brechstange: Wenn Unternehmer, dann auch richtig und mit allen Vorteilen, riet sein Steuerberater. Statt einer deutschen GmbH sollte es eine preiswerte britische Limited sein.

Stolze 100 britische Pfund Stammkapital brachten der Therapeut und seine Ehefrau auf. Während sich die Haftung gegenüber den Patienten noch mit einer guten Versicherung lösen ließe, ginge die KV bei einem Regress wohl leer aus.

Wie in Verhandlung vor dem Bundessozialgericht (BSG) in Kassel deutlich wurde, sind auch unzählige weitere Fragen, insbesondere die Weisungsfreiheit des behandelnden Arztes, völlig ungeklärt. Dem BSG blieb daher gar nichts anderes übrig, als das Ansinnen abzuweisen.

Ohne den Gesetzgeber geht in Sachen "Arzt GmbH" nichts. Das zeigen gerade auch die zahlreichen Sondervorschriften, die für die MVZ erforderlich waren.

Lesen Sie dazu auch:
Bundessozialgericht: Einzelpraxis nicht als GmbH

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »