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Transplantationsskandal

Ermittlungen werden gebündelt

Manipulierte Patientendaten für schnellere Leberspenden: Im Skandal von Göttingen kommt nun die Zeit der Staatsanwälte. Jetzt haben sie die Ermittlungen gebündelt.

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Uniklinik Göttingen: Jetzt kümmert sich Braunschweig um die Fälle.

Uniklinik Göttingen: Jetzt kümmert sich Braunschweig um die Fälle.

© Hubert Jelinek / imago

GÖTTINGEN/STUTTGART (dpa/nös). Der Göttinger Skandal um manipulierte Wartelisten für Leberspenden soll jetzt allein von der Staatsanwaltschaft Braunschweig aufgeklärt werden.

Bislang ermittelt parallel die Staatsanwaltschaft in Göttingen in dem Fall. Die Ankläger in Braunschweig sind auf Korruptionsfälle spezialisiert.

Die Göttinger Ermittler untersuchen denn Fall unter anderem wegen des Verdachts auf Tötungsdelikte. Sie haben ihre Akten nun nach Braunschweig abgegeben, wie Sprecher Andreas Buick am Dienstag sagte.

Buick: "Es ist besser, wenn alles in einer Hand liegt."

Die Braunschweiger ermitteln seit Juni gegen einen früheren verantwortlichen Transplantationsmediziner des Göttinger Uniklinikums wegen des Verdachts der Bestechlichkeit.

Er soll mit dem mittlerweile beurlaubten Chef der Göttinger Gastroenterologie Krankendaten so manipuliert haben, dass seine Patienten möglicherweise bei Leberspenden bevorzugt worden sind.

Auch an seiner früheren Arbeitsstelle, der Uniklinik Regensburg, soll der Chirurg in ähnliche Machenschaften verwickelt gewesen sein.

Derweil hat das Gesundheitsministerium Baden-Württemberg bekannt gegeben, dass im Ländle künftig ein Sechs-Augen-Prinzip in den Transplantationszentren gelten soll.

In jeder Klinik in Baden-Württemberg soll nun eine interdisziplinäre Konferenz aus mindestens drei Ärzten eingerichtet werden.

Zuvor hatten bereits andere Bundesländer ein Sechs-Augen-Prinzip eingeführt, darunter etwa Bayern. Experten haben sich seit dem Skandal wiederholt für interdisziplinäre Transplantationskonferenzen ausgesprochen.

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