Ärzte Zeitung, 21.08.2013

Rezeptdaten

Österreichische Ärzte gaben Daten weiter

WIEN. Die Debatte um die unzureichend verschlüsselte Weitergabe von Patientendaten hat nun auch Österreich erreicht: 350 Ärzte sollen in der Alpenrepublik ihre Rezeptdaten gegen Geld an ein Marktforschungsunternehmen verkauft haben.

Dies bestätigte die österreichische Niederlassung des amerikanischen Marktforschers IMS Health am Montag.

Die Daten seien allerdings mit einer anderen Verschlüsselung als in Deutschland übertragen worden. Rückschlüsse auf Patienten seien nicht möglich gewesen, sagte eine IMS-Sprecherin gegenüber dem Fernsehsender ORF. Die Daten seien aber nach Altersgruppen und Geschlecht aufgeschlüsselt worden.

Die Ärztekammer kündigte Konsequenzen an: Wenn die Daten verschlüsselt und nicht gänzlich anonymisiert weitergegeben werden, sei das "nicht rechtskonform", erklärte Ärztekammer-Vizepräsident Karl Forstner.

Persönlich halte er die Vorgangsweise der Ärzte für ethisch bedenklich. Für ihn ist diese Form der wirtschaftlichen Beeinflussung von Ärzten auch unzulässig: "Patienten sollen das bekommen, was sie brauchen, und nicht, was die Pharmaindustrie allenfalls sich wünscht". (dpa)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Welche Stoffe in Energy-Drinks wirken auf Herz und Kreislauf?

Energy-Drinks haben eine durchschlagende Wirkung: Es kommt zu signifikanten Verlängerungen des QTc-Intervalls, und der systolische Blutdruck ist erhöht. Möglicherweise ist dafür nicht nur das Koffein verantwortlich. mehr »

Das war der Ärztetag 2017 in Bildern

Das war er nun, der 120 Ärztetag in Freiburg. Unsere Bildergalerie zeigt die schönsten, spannendsten Momente des viertägigen Kongresses. mehr »

Grünes Licht für GOÄ-Reformprozess

Der Deutsche Ärztetag hat den Verhandlungsführern für die GOÄ-Reform am Donnerstagabend grünes Licht für den weiteren Novellierungsprozess gegeben. mehr »