Ärzte Zeitung, 12.05.2014

Krankenschwester

Keine Kündigung wegen Facebook-Fotos von Patienten

BERLIN. Das Landesarbeitsgericht Berlin hat die Kündigung einer Krankenschwester für unwirksam erklärt, die Fotos eines verstorbenen Babys auf Facebook veröffentlichte.

Grundsätzlich sei deren Verhalten zwar geeignet, eine außerordentliche Kündigung zu rechtfertigen, heißt es. Die unerlaubte Veröffentlichung von Patientenbildern verstoße in erheblicher Weise gegen die Schweigepflicht. Außerdem habe sie Patientenrechte verletzt.

In dem konkreten Fall jedoch hielten die Arbeitsrichter unter Abwägung aller Umstände sowohl eine ordentliche wie außerordentliche Kündigung für unverhältnismäßig; lediglich eine Abmahnung sei angebracht.

Die Krankenschwester habe eine emotionale Bindung zu dem Kind aufgebaut, der sie durch die Veröffentlichung der Bilder Ausdruck gegeben habe. Auch sei das Baby in keiner Weise bloßgestellt worden. Schließlich habe sie die Bilder unmittelbar nach den ersten Vorhaltungen ihres Arbeitgebers von ihrer Facebook-Seite entfernt. (eb)

Az.: 17 Sa 2200/13

Topics
Schlagworte
Recht (12041)
Berlin (970)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht das Risiko für Herzerkrankungen und Krebs. Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko stark erhöht. mehr »

Ausschuss reißt Frist des Gesetzgebers

Das neue Qualitätsmaß für Pflegeheime gerät in Verzug. Eine Studie bietet eine Alternative an. mehr »

Jeder dritte Demenz-Fall vermeidbar

Finge die Demenz-Prävention bereits in der Kindheit an, könne die Krankheit bei einem Drittel aller Erwachsenen verhindert werden – so eine Studie. mehr »