Ärzte Zeitung App, 11.09.2014

BSG-Urteil

ACC rechtfertigt Sonderbedarf an Ärzten nicht

KASSEL. Die Kenntnis der "Augmentative and Alternative Communication" (AAC) rechtfertigt keine Sonderbedarfszulassung als Psychologischer Psychotherapeut. Das hat der Vertragsarztsenat des Bundessozialgerichts (BSG) in Kassel in seiner jüngsten Sitzung entschieden.

Danach sind Kassen nicht verpflichtet, in jedem ärztlichen Fachgebiet ein Angebot für kommunikationsbehinderte Menschen zu schaffen. Die AAC wird auf Deutsch auch "unterstützte Kommunikation" genannt.

Sie zielt darauf, die Lautsprache durch andere Mittel zu ergänzen oder zu ersetzen, etwa durch Symbolkarten oder Kommunikationstafeln.

Ein Psychologischer Psychotherapeut aus Berlin hatte geltend gemacht, es bestehe ein Sonderbedarf an Therapeuten, die die AAC beherrschen. Denn ohne AAC könnten kommunikationsbehinderte Menschen ihren Anspruch auf psychotherapeutische Behandlung nicht realisieren.

Das BSG wies seine Klage ab. Als eigenständige Methode sei die AAC vom Gemeinsamen Bundesausschuss nicht empfohlen.

Verstehe man die AAC nicht als Behandlungs-, sondern naheliegender als Kommunikationsmethode, sei es möglich, bei Bedarf einen "qualifizierten Sprachmittler" hinzuzuziehen. (mwo)

Urteil des Bundessozialgerichts, Az.: B 6 KA 33/13 R

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Mehr Pneumonien unter Benzodiazepinen

Benzodiazepine sind bei Patienten, die an Morbus Alzheimer leiden, mit einer Häufung von Lungenentzündungen assoziiert. Für Z-Substanzen gilt das womöglich nicht. mehr »

Psychotherapie bei Borderline nur mäßig erfolgreich

Spezifische Psychotherapien sind bei Borderline-Patienten unterm Strich zwar wirksamer als unspezifische Behandlungen: Allerdings fällt die Bilanz in kontrollierten Studien eher mager aus. mehr »

KBV legt acht Punkte für eine Reformagenda vor

Rechtzeitig vor dem Bundestagswahlkampf und dem Start in eine neue Legislaturperiode hat die KBV ein Programm für eine moderne Gesundheitsversorgung vorgelegt. Was steht drin? mehr »