Ärzte Zeitung, 19.05.2016

Unfall mit Praxiswagen

Ärzte müssen Entschädigung versteuern

Zählt ein Wagen zum Betriebsvermögen, darf der Fiskus für eine gezahlte Ausfallentschädigung Steuern kassieren, so der Bundesfinanzhof.

MÜNCHEN. Ärzte und andere Selbstständige müssen eine nach einem Autounfall von der gegnerischen Versicherung gezahlte Nutzungsausfallentschädigung versteuern, wenn sie ihr Auto im Betriebsvermögen halten.

Nach einem jetzt schriftlich veröffentlichten Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) in München gilt dies auch dann, wenn der Wagen auch privat genutzt wird. Danach spielt es keine Rolle, ob der Unfall bei privater oder beruflicher Fahrt geschah.

Damit wies der BFH die Klage eines Versicherungsvertreters ab. Sein Auto hatte er dem Betriebsvermögen zugeordnet, er nutzte es aber auch privat. Nach einem Unfall musste das Auto im Herbst 2008 für mehrere Tage in die Werkstatt.

Der Selbstständige entschied, unterdessen Urlaub zu nehmen und auf einen Leihwagen zu verzichten. Stattdessen kassierte er eine Nutzungsausfallentschädigung von 1210 Euro. Bei einer Betriebsprüfung stieß das Finanzamt darauf, dass er die Entschädigung privat vereinnahmt hatte. Es wertete sie aber als Betriebseinnahme und forderte Einkommensteuer nach.

Zu Recht, wie nun der BFH entschied. "Bewegliche Wirtschaftsgüter sind selbst dann, wenn sie gemischt genutzt werden, ungeteilt entweder Betriebsvermögen oder Privatvermögen", heißt es in dem Münchener Urteil. Daher richte sich die Steuerbarkeit von "Ersatzleistungen" wie hier der Ausfallentschädigung an der Zuordnung.

Der Versicherungsvertreter habe sein Auto dem Betriebsvermögen zugeordnet. Daher seien auch Einnahmen wie die Nutzungsausfallentschädigung betrieblich zu verbuchen.

Laut BFH gilt dies auch dann, wenn der Unfall bei einer Privatfahrt geschah. Auch eine anteilige Minderung der steuerbaren Ausfallentschädigung entsprechend dem privaten Nutzungsanteil am Auto scheidet danach aus. (mwo)

Bundesfinanzhof Az.: X R 2/14

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