Ärzte Zeitung, 18.03.2015

Westfalen-Lippe

Arzneiregresse gehen immer weiter zurück

91,80 Euro - auf diese Summe beläuft sich in den vergangenen Jahren der durchschnittliche Regress in der KVWL.

MÜNSTER. Die Zahl der Arzneimittel-Regresse ist in Westfalen-Lippe in den vergangenen Jahren deutlich gesunken. Für die Jahre 2011 und 2012 haben jeweils elf Ärzte nach einer Richtgrößen-Prüfung einen Regress erhalten. Hinzu kamen 23 und 22 individuelle schriftliche Beratungen.

Das berichtete Markus Gräber, der Leiter der Prüfungsstelle Westfalen-Lippe, bei einer Informationsveranstaltung der Kanzlei am Ärztehaus und der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Münster.

Zum Vergleich: 2006 gab es noch 102 Regresse, ein Jahr später 47. Im Jahr 2012 hatten von 7281 verordnenden Praxen 1192 ihre Richtgrößen um mehr als 15 Prozent überschritten. Bei 44 von ihnen kam es nach Abzug von standardisierten Praxisbesonderheiten und aufgrund von Vorverfahren zu einem Prüfverfahren.

Bei den Heilmitteln ist die Zahl der Verordner zwar geringer, es gibt aber mehr Prüfverfahren. So sind 2012 nach Angaben Gräbers von 5331 Praxen 1816 bei der Richtgrößen-Prüfung auffällig geworden, bei 191 wurde ein Prüfverfahren eingeleitet.

Es endete für 13 Ärzte mit einem Regress und für 74 mit einer individuellen schriftlichen Beratung. 2011 verhängten die Prüfer 32 Heilmittel-Regresse, 88 Ärzte erhielten eine schriftliche Beratung.

Auf Antrag der Krankenkassen wird die Prüfstelle auch tätig, wenn Ärzte nicht verordnungsfähige Arzneimittel verschrieben haben. Im Zeitraum vom ersten Quartal 2010 bis zum zweiten Quartal 2012 gab es dazu in Westfalen-Lippe insgesamt 12.344 Einzelverordnungs-Regresse.

Sie beliefen sich laut Prüfleiter Gräber auf eine Gesamtsumme von mehr als 1,1 Millionen Euro. Der durchschnittliche Regress betrug 91,80 Euro. "Dass die Krankenkassen da tätig werden, muss nicht verwundern", sagte er. (iss)

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