Ärzte Zeitung, 22.02.2016

Heilmittel

Neue Diagnoseschlüssel für Praxisbesonderheiten

BERLIN. Um Praxisbesonderheiten bei der Heilmittelverordnung anerkannt zu bekommen, müssen Vertragsärzte, abgesehen vom Indikationsschlüssel, auch Diagnoseschlüssel angeben. Zu den Erkrankungen, für die Praxisbesonderheiten anerkannt werden, gehören zum Beispiel bestimmte Skeletterkrankungen, rheumatische Erkrankungen und Multiple Sklerose.

Die Kosten für diese Verordnungen sind bei den Wirtschaftlichkeitsprüfungen (nach Paragraf 106 SGB V) zugunsten des Arztes zu berücksichtigen. Im Zuge der jährlichen Revision der ICD-10-GM kann jetzt bei den orthopädischen Gelenkimplantaten mit dem Code Z96.6- auch kodiert werden, wo sich das Implantat befindet, wie die KBV Ende der vergangenen Woche mitgeteilt hat.

 Je nach Lokalisation des Implantats gibt es jetzt die ICD-10-Codes Z96.60 bis Z96.68. Der Code Z96.64 beispielsweise steht für das Vorhandensein einer Hüftgelenkprothese.Verordnungen, die auf Basis der neuen Schlüssel ausgestellt werden, gelten wie bisher im Rahmen von Wirtschaftlichkeitsprüfungen nach Paragraf 106 SGB V für sechs Monate nach der Op als Praxisbesonderheit.

Die Änderungen gelten rückwirkend zum 1. Januar 2016. In der Praxis-EDV werden die neuen Codes voraussichtlich mit Auslieferung des Updates zum 2. Quartal verfügbar sein. Dann werden Ärzte schon bei der Verordnung einer Physiotherapie einen Hinweis erhalten, dass es sich dabei um eine Praxisbesonderheit handelt.Im Rahmen der Vorgängerversion ICD-10-GM-2015, die die Möglichkeit der Konkretisierung nicht vorsah, haben Ärzte den Kode Z96.88 "Vorhandensein von sonstigen näher bezeichneten funktionellen Implantaten" verwendet. Dies könnten sie auch weiterhin tun, so die KBV. (ger)

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