Ärzte Zeitung, 05.06.2015

Medikationsplan

BMG twittert "Vergütung"

Sollen Apotheker für Eintragungen in den Medikationsplan Geld bekommen? Das Gesundheitsministerium hat nichts dagegen.

BERLIN. Nach erster vehementer Apotheker-Kritik am Medikationsplan-Vorhaben der Koalition signalisiert das Bundesgesundheitsministerium den Offizinbetreibern jetzt offenbar die Bereitschaft zu Zugeständnissen.

Auf dem Kurznachrichten-Portal Twitter ließ das Ministerium am Mittwoch in zwei unmittelbar aufeinander folgenden Meldungen wörtlich verlauten, "sobald die Telematik-Infrastruktur aufgebaut ist, können Apotheker in Medikationsplan eintragen und Vergütungsvereinbarungen dafür treffen".

Ob diesem Hinweis eine entsprechende Änderung im E-Health-Gesetzentwurf folgen wird oder ob es sich dabei lediglich um eine unverbindliche Meinungsbekundung handelt, ist noch unklar.

Auf Anfrage erklärte eine Ministeriumssprecherin, es gebe für die Meldung "keinen besonderen Anlass", sie stehe "für sich".

Hintergrund: Im kürzlich verabschiedeten Kabinettsentwurf des E-Health-Gesetzes ist keine Rede davon, dass Apotheker für Eintragungen oder Pflege des Medikationsplans honoriert werden sollen. Auch im Begründungsteil wird die Vergütungsfrage nicht angesprochen.

Lediglich im vierten Absatz des geplanten neuen Paragrafen 31a ("Medikationsplan") heißt es, dass KBV, Bundesärztekammer und Apothekerverband "Inhalt, Struktur und Vorgaben zur Erstellung und Aktualisiserung des Medikationsplans sowie ein Verfahren zu seiner Fortschreibung" zu vereinbaren haben.

Apothekerpräsident Friedemann Schmidt beklagt angesichts des Medikationsplan-Konzepts im E-Health-Gesetz das fehlende Medikationsmanagement - eine Funktion, von der sich die Apotheker neue Einnahmen erhoffen.

Der Präsident der Bundesapothekerkammer, Andreas Kiefer, bezeichnet den Medikationsplan in jetziger Form als "Ettikettenschwindel". (cw)

[08.06.2015, 14:09:46]
Dipl.-Med Reinhard Kellner 
Medikationsplan
Wir Ärzte und besonders die Hausärzte haben das bisher immer für die
aus stat. Behandlung entlassenen Patienten getan.
Daß das schon zuweilen recht aufwendige Verfahren(aktualisieren ,
auswechseln und im Tagesplan eindosieren)sollte uns eher mit
einer EBM-Ziffer und entsprechenden Punkten vergütet werden zum Beitrag »
[06.06.2015, 18:20:42]
Dr. Jürgen Sobtzick 
BMG tvittert Vergütung

Das Madikamentenmanagement ist ein dynamischer Prozess, der durch den regelmäßigen Kontakt mit dem Patienten und seinen Erkrankungen geprägt wird. Somit ist die Erstellung eines Medikamentenplanes die alleinige Aufgabe des Arztes!
Die Bürokraten im Gesundheitsministerium haben offenbar keine Ahnung, wie ein Medikamentenplan in der täglichen Praxis entsteht: Nach Krankenhausentlassungen müssen vorhandene Medikamente mit den neu verordneten Medikamenten harmonisiert werden. Der Verlauf einer Erkrankung erfordert kurzfristige Dosierungsänderungen. Der Apotheker, schon lange nicht mehrere Apotheken können einen Überblick über den realen Medikamentenbestand haben. Merkwürdigerweise ist uns Ärzten noch nie der Gedanke gekommen, diese tägliche Arbeit vergüten zu lassen. Hier können wir noch von den Apothekern lernen. Im Übrigen wäre es eine Unverschämtheit, wenn die Kassen den Apothekern für die Erstellung eines Medikamentenplanes ein Honorar zahlen würden. zum Beitrag »

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So viel jünger und attraktiver macht Facelifting

Wer sein Gesicht straffen lässt, will in der Regel jünger und dynamischer aussehen. Das scheint tatsächlich zu klappen. mehr »

Niedrig dosiert starten und langsam erhöhen!

Die neue Gesetzeslage zur Verordnung von Cannabis auf Kassenkosten ist beim Schmerz- und Palliativtag begrüßt worden. Ärzte mit Erfahrung mit Cannabinoiden loben vor allem den Erhalt der Therapiefreiheit. mehr »

Obamacare bleibt!

Blamage für US-Präsident Donald Trump: In letzter Minute zogen die Republikaner die Abstimmung über die geplante Gesundheitsreform zurück. Gerade auch, weil die Zustimmung aus den eigenen Reihen fehlte. mehr »