Ärzte Zeitung online, 23.06.2016

Im Vergleich zu Versandapotheken

Weitaus höhere Handelsspanne in Ladenapotheken

WALDEMS-ESCH. Der Handel lebt von der Differenz zwischen Einkauf und Verkauf. Wie eklatant sich bei der Spannenbemessung stationäre Apotheken von Versandapotheken unterscheiden, zeigt eine aktuelle Analyse des Marktforschers Insight Health.

Demnach beträgt die Differenz zwischen Verkaufspreis und Herstellerabgabepreis in Ladenapotheken aktuell fast 82 Prozent. Die Versandapotheken dagegen kommen mit lediglich 34 Prozent Aufschlag aus. In den Aufschlägen enthalten sind allerdings auch 19 Prozent Mehrwertsteuer und zum Teil Großhandelsmargen.

Die Zahlen beziehen sich nur auf das apothekenübliche OTC-Sortiment (ohne Diagnostika); im verschreibungspflichtigen Markt haben Apotheker dagegen keinen eigenen Preisspielraum, sondern müssen sich an gesetzlich vorgegebene Aufschläge halten.

Für Versandapotheken zählt der Preis zu den wichtigsten Marketinginstrumenten. Im Vergleich zu Ladenapotheken bieten die Versender Preisnachlässe zwischen 20 und bis zu 60 Prozent.

Laut Insight Health bilden Schleimlöser das wichtigste OTC-Marktsegment in der Offizin. Hiermit wurde im Zwölfmonatszeitraum zu Ende Mai dieses Jahres rund 468 Millionen Euro (zu Verkaufspreisen) umgesetzt. An zweiter Stelle rangieren rezeptfreie Schmerzmittel (457 Millionen Euro) und topische Antirheumatika (256 Millionen).

Im Versand machen OTC-Analgetika das Hauptgeschäft (rund 50 Millionen Euro im Zwölfmonatszeitraum zu Ende Mai). Zweitgrößter Umsatzbringer sind im Versand Homöopathika und Produkte anthroposophisch orientierter Anbieter (rund 48 Millionen Euro). Expektorantien liegen an dritter Steller (44 Millionen Euro).

Unmittelbar Konkurrenz machen sich Laden- und Versandapotheken im Teilmarkt der Nichtarzneimittel: Künstliche Tränen und Filmbildner sind in dieser Kategorie für beide Absatzkanäle der wichtigste Umsatzbringer. (cw)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

So schädlich fürs Herz wie Cholesterin

Depressionen steigern bei Männern das Risiko fürs Herz ähnlich stark wie hohe Cholesterinwerte oder Fettleibigkeit. Das ergab eine aktuelle Analyse der KORA-Studie. mehr »

Den Berg im eigenen Tempo erklimmen

Medizinstudentin Solveig Mosthaf fühlt sich im Studium manchmal, als würde sie einen steilen Berg hinauf kraxeln. Sie wünscht sich mehr Planungsfreiheit – und die Möglichkeit, eigene Wege zu gehen. mehr »

Positive HPV-Serologie bringt bessere Prognose

Bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumor ist eine positive HPV-16-Serologie mit einem verbesserten Überleben assoziiert. Das bestätigt jetzt eine US-Studie. Demnach liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Fünf-Jahres-Überleben sogar 67 Prozent höher. mehr »