Ärzte Zeitung, 13.10.2016

Medikationsplan

Hessen lehnt Gebühr für EDV-Update ab

FRANKFURT/MAIN. Die Vertreterversammlung der KV Hessen hat eine Resolution verabschiedet, mit der sich die Delegierten gegen zusätzliche EDV-Kosten für die Einführung des Medikationsplans wenden.

Die Kosten, hätten "vielmehr die Hersteller von Arztinformationssystemen (AIS) zu tragen", teilte die KV Hessen zu Wochenbeginn mit.

Unter anderem heißt es in der Resolution, der Medikationsplan sei "per Gesetz als zusätzliche Leistung in die Gebührenordnung aufgenommen worden und muss, wie alle anderen EBM-Änderungen im Rahmen der Routine-Updates auch, durch die AIS-Hersteller erbracht werden". (cw)

[13.10.2016, 19:52:25]
Henning Fischer 
"fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker"

damit ist die Pharmaindustrie fein raus.

WIR

bezahlen die Arzneimitteldatenbanken inklusive Zusatzmodule wie Interaktions-Check und

neuerdings auch die grünen Rezeptformulare.

Unverschämt!
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[13.10.2016, 14:04:27]
Robert Künzel 
Diese Resolution ist so überflüssig wie ein Kropf, denn...
....selbst wenn die AIS-Hersteller den Plan als zunächst "kostenloses" Update anbieten, dann flattert den Praxen sicher nach einer mehr oder weniger langen "Schamfrist" der übliche Brief ins Haus: Sehr geehrter Anwender, auf Grund allgemein steigender Kosten, neuer Tarifabschlüsse ect. sehen wir uns leider gezwungen, unsere Softwarepflegegebühr um ...Euro pro Monat zu erhöhen.

Es gilt nach wie vor: Nur der Tod ist umsonst, doch auch er kostet das Leben.

Nur Ärzte liquidieren noch nach einer Gebührenordnung, die seit 20 Jahren nicht mehr betriebswirtschaftlich angepasst wurde. Kürzlich ergab sich bei mir in der Sprechstunde folgende Situation: Ein Patient erkundigte sich nach den Kosten einer bestimmten Laboruntersuchung. Ich überreichte eine Kopie einer Seite aus dem Laborkapitel der GOÄ und nannte zudem mündlich den ungefähren Preis. Der Pat. war verwundert, stand doch auf seinem Blatt ein rund doppelt so hoher Preis. Meine Erklärung, daß es sich um eine Gebührenordnung aus der DM-Zeit aus 1996 handelt und ich den Europreis genannt habe löste bei dem Geschäftsmann ungläubiges Staunen aus. Würde er seine Firmenrechnungen mit Preislisten aus 1996 kalkulieren, wäre er nach eigenen Angaben in kürzester Zeit insolvent.
Ich fürchte, dieses Schicksal wird uns auch nicht mehr lange erspart bleiben. zum Beitrag »
[13.10.2016, 08:28:54]
Henning Fischer 
"...im Rahmen der Routine-Updates auch, durch die AIS-Hersteller erbracht werden"....

und die erhöhen dann die Wartungsgebühr.

Natürlich muß am Schluß der Arzt blechen (bei Albis mindestens 300 Euro derzeit), wird dafür aber mit einem üppigen Honorar von 4 Euro/Jahr belohnt.

KV-System = anhaltender Betrug an Kassenärzten.


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