Ärzte Zeitung, 30.10.2012

Sechs Tipps

So trainieren Ärzte ihre Stimme

Die Stimme ist wie eine Visitenkarte des Arztes. Und sie beeinflusst die Compliance des Patienten enorm. Das Gute: Sie lässt sich trainieren. Wie - das zeigen die Tipps von Kommunikationsprofis.

NEU-ISENBURG (ug). Die Wirkung der Stimme hat entscheidende Bedeutung für die Kommunikation.

Eine gut und natürlich klingende Stimme strahlt Kompetenz aus und erhöht das Vertrauen.

Ärzte sollten ihrer Stimme und deren Wirkung deshalb mehr Aufmerksamkeit schenken. Ein gewisses Training kann nur nützlich sein. Kommunikationsberater haben dazu viele Tipps, wie etwa:

Aufrechtes, lockeres Sitzen fördert natürliches Sprechen. Verspannungen schlagen sich auch in der Stimme nieder. Das Gegenüber hört das sofort heraus. Mund, Rachen und Hals kann man etwa durch Leerkauen, Herausstrecken der Zunge oder Gähnen lockern.

Die Stimme hat den besten und vollsten Klang in der sogenannten Indifferenzlage. Dann klingt sie natürlich und wird als angenehm erlebt. Die Indifferenzlage ist jener Tonbereich, in dem man etwa "hm" oder "aha" sagt. Den natürlichen Klang der Stimme kann man trainieren, dazu gibt es viele Übungen. Das Einfachste ist zu üben, aus dem "hm" heraus zu sprechen.

Eine klare Aussprache ist wichtig, ganz besonders im Arzt-Patienten-Gespräch. Deutliche Intonation strahlt außerdem Selbstbewusstsein aus. Fragen Sie Ihre Freunde, ob Ihr Sprechen gut verstanden werden kann. Wenn nicht, sollte man trainieren, Laute, Wörter und Sätze klar zu artikulieren. Auf eine besonders gute Aussprache sollten vor allem diejenigen achten, die von Natur aus eine leise Stimme haben. Sonst kann das Zuhören für die Patienten ziemlich anstrengend sein.

Monoton zu sprechen, wirkt unsozial. Ursache für eine monotone Sprechweise können Angst, Unsicherheit oder einfach Müdigkeit sein. Vergessen Sie nicht: Das hört man der Stimme an. Modulationen der Stimme sind sinnvoll, Klangmelodien unterstützen die Inhalte. Man sollte Aussagen unterstreichen, indem man das Klangbild ändert und mal lauter oder leiser, mal höher oder tiefer spricht und schon mal eine Pause macht. All das aber, ohne zu übertreiben und unnatürlich zu wirken.

Wichtig ist, wie ein Satz beendet wird, betont vor allem der Dermatologe und Kommunikationstrainer, Dr. Thomas M.H. Berger. Geht die Stimme dann nach oben, wird aus der Aussage eine Frage. Ändert sich das Level der Stimme gar nicht, bleibt eine Spannung bestehen. Der Zuhörer, also der Patient, hat das Gefühl, es fehlt noch was. Man sollte deshalb versuchen, die Stimme am Ende eines Satzes nach unten zu lenken. So können Patienten die Aussagen besser strukturieren.

Redefluss, Tempo und Lautstärke sollten so sein, dass der Patient gut folgen kann: weder zu schnell noch zu langsam, weder zu laut noch zu leise.

Lesen Sie dazu auch:
Wirkung der Stimme: Der Ton macht die Compliance

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