Ärzte Zeitung online, 22.05.2014

Umfrage

Patienten mit Ärzten etwas weniger zufrieden

Patienten in Deutschland sind mit der Arbeit ihrer Ärzte zufrieden. In der Langzeitbetrachtung zeigt sich jedoch, dass die Zufriedenheit leicht sinkt. Tendenzen wurden zudem im Vergleich unter den Bundesländern deutlich.

Patienten mit Ärzten etwas weniger zufrieden

Patienten in Deutschland sind mit der Arbeit ihrer Ärzte zufrieden.

© Alexander Raths/fotolia.com

NEU-ISENBURG. Die Patienten in Deutschland sind sowohl mit den Leistungen ihrer Ärzte im Allgemeinen zufrieden als auch mit deren kommunikativen Fähigkeiten im Besonderen.

Im Schnitt vergaben Sie die Note 2 plus für die gesundheitliche Aufklärung durch Ärzte. Allerdings gibt es merkliche Schwankungen zwischen den einzelnen Facharztgruppen.

Weniger zufrieden waren Patienten beispielsweise mit der Aufklärung bei Haut- und Augenärzten. Das zeigt das aktuelle Patientenbarometer 1/2014 des Arztbewertungsportals jameda.de, das drei Mal im Jahr erscheint.

Bewerten konnten die Umfrageteilnehmer die Leistung ihres Arztes mittels einer Schulnotenskala von eins bis sechs. Klassenprimus in Sachen Aufklärung waren Zahnärzte mit einer Benotung von im Schnitt 1,4. Augenärzte schnitten mit knapp 2,4 und Hautärzte mit 2,5 etwa eine Note schlechter ab als ihre Kollegen aus der Zahngesundheit. Die Zufriedenheit der Patienten bleibe damit insgesamt auf hohem Niveau, heißt es.

Gemessen wurde die Zufriedenheit mit der Aufklärung anhand von 637.000 Patientenmeinungen, die auf jameda.de eingingen, erklärt eine Jameda Sprecherin im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

In Bayern sind die Patienten mit Ärzten am zufriedensten

Zur Zufriedenheit in der Aufklärung zähle, ob Patienten umfangreiche Informationen zu ihrer Krankheit erhalten haben, ob Behandlungsalternativen vorgeschlagen wurden und ob die Erklärungen verständlich waren. Bei der Analyse der Gesamtzufriedenheit mit den Ärzten ergab die Auswertung eine leichte Verschlechterung.

In den vergangenen drei Jahren benoteten die Patienten von Mal zu Mal etwas niedriger. 2012 gaben sie ihrem Arzt in Sachen Zufriedenheit noch die Note 1,7. Im Jahr darauf bewerteten sie durchschnittlich mit 1,8 und in den ersten drei Monaten 2014 mit 1,9.

Die Gesamtbewertung ergibt sich aus den Parametern "Zufriedenheit mit Behandlung", "Zufriedenheit mit der Aufklärung durch den Arzt", "Beurteilung des Vertrauensverhältnisses zum Arzt", "Zufriedenheit mit der Freundlichkeit des Arztes" und "Zufriedenheit mit der genommenen Behandlungszeit".

Leichte Unterschiede bei der Zufriedenheit zeigten sich auch im Ländervergleich. Nach wie vor sind die Patienten in Bayern mit ihren Ärzten am zufriedensten. Mit einer Wertung von im Schnitt 1,6 behaupten sie ihre Spitzenposition vor dem Saarland (1,7).

Jedoch sei auch hier, im Vergleich mit Werten aus den vorherigen Umfragen, eine leichte Verschlechterung abzulesen. Besonders deutlich verschlechterten sich laut Jameda die Arzt-Noten im Stadtstaat Bremen. Mit 2,0 belegen die Mediziner der Hansestadt im Ländervergleich den letzten Platz.

Thema Aufklärung spielt bei Patienten offenbar große Rolle

Auf dieser Datengrundlage lasse sich über die Gründe der veränderten Bewertung zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen. Weiteren Aufschluss soll nun eine Analyse der Freitextkommentare in Zusammenarbeit mit der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg liefern, kündigte Jameda an.

Erste Hinweise gibt es bereits: "Rund 20 Prozent der untersuchten Kommentare beschäftigen sich mit dem Thema Aufklärung. Daraus lässt sich schlussfolgern, dass das Thema eine große Rolle unter Patienten spielt", berichtet die Unternehmenssprecherin. (mh)

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Arzt und Patient (1012)
[26.05.2014, 08:15:22]
Siegfried Hauswirth 
1000/62 = 16 pro Tag
1000 Patienten pro Quartal, entsprechend 62 Arbeitstage sind 16 Patienten pro Tag, d.h. für jeden Patienten bleibt 1/2 Stunde. Warum werde ich immer in 5 Minuten abgefertigt ? ;-) zum Beitrag »
[23.05.2014, 00:09:56]
Dr. Detlef Berger 
EBM verantwortlich
Augen- und Hautärzte werden durch EBM und RLV gezwungen weit über 1000
Patienten pro Quartal zu behandeln. Das muß auf Kosten der Qualität
gehen. Verantwortlich sind KBV und Kassen, ausbaden müssen es die Kollegen.
Wer sich Zeit nimmt wird bestraft.
 zum Beitrag »

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