Ärzte Zeitung, 04.05.2015

Umfrage

Online-Arzttermine im Kommen

Patienten leben in einer zunehmend digitalisierten Welt. Wer sich dort schon wohlfühlt, nutzt vermehrt auch die Möglichkeit, Arzttermine online zu vereinbaren. Das zeigen jetzt veröffentlichte Ergebnisse einer Umfrage.

Von Matthias Wallenfels

Online-Arzttermine im Kommen

Beispiel eines Angebots zur Online-Terminvereinbarung mit einer Arztpraxis.

© jameda

MÜNCHEN. Noch bieten nicht alle Haus- und Facharztpraxen ihren Patienten die Möglichkeit, Termine online 24 Stunden an sieben Tage der Woche zu vereinbaren. Dennoch scheint genau das zunehmend im Trend zu liegen - vor allem bei internetaffinen Patienten.

Wie eine nach Unternehmensangaben online-repräsentative Umfrage des Marktforschungsinstituts Research Now unter 1000 Internetnutzern im Auftrag des Arztbewertungsportals jameda ergeben hat, haben bereits 29 Prozent der Deutschen, die im Web aktiv sind, mindestens einen Haus- oder Facharzttermin online vereinbart.

Von diesen würden 98 Prozent wahrscheinlich oder auf jeden Fall wieder einen Arztbesuch online buchen. 84 Prozent derjenigen, die noch keinen Arzttermin online vereinbart haben, könnten sich dies jedoch künftig vorstellen.

Senioren noch zurückhaltend

Die Möglichkeit, Arzttermine online zu buchen, mindestens einmal wahrgenommen haben laut Umfrage mit 38 Prozent die 26- bis 35-jährigen Patienten, gefolgt von der Altersgruppe 36 bis 45 mit 33 Prozent. Auf Rang drei rangieren Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 16 und 25 Jahren mit 27 Prozent.

Im Alter nimmt die Affinität dann aber deutlich ab. So haben nur noch 24 Prozent der 46- bis 55-Jährigen je einen Arztbesuch online terminiert, bei den Patienten zwischen 56 und 65 waren es dann sogar nur noch 19 Prozent.

Als Motiv für die Online-Terminvereinbarung bei Haus- und Facharzt nennen die Befragten verschiedene Gründe, wie zum Beispiel die zeitliche Flexibilität oder den Komfort.

Mit 60 Prozent (Mehrfachnennungen waren möglich) steht der Wunsch an oberster Stelle, jederzeit - und damit auch an Wochenenden oder abends - einen Termin buchen zu können. 46 Prozent wollen auf diesem Wege die im Praxisalltag oft anfallende Warteschleife am Telefon umgehen.

Ein weiterer Aspekt hat weniger mit der Qualität der medizinischen Versorgung in der betreffenden Praxis zu tun als mit der Option, einen Terminwunsch möglichst zeitnah realisieren zu können. So sagen 44 Prozent der Befragten, online könnten sie sehen, welcher Arzt als nächstes einen Termin anbiete. Anhand dessen würden sie dann entscheiden.

23 Prozent schätzen es, komfortabel von unterwegs via Smartphone oder Tablet-PC einen Arzttermin buchen zu können. Für 18 Prozent ist es logischer Schluss, dass sie sich online über einen Arzt informieren und dann direkt im Anschluss online buchen, wenn sie sich für eine Praxis entschieden haben.

15 Prozent scheuen anscheinend das Gespräch mit einer Medizinischen Fachangestellten. Sie buchen online um nicht mit jemandem am Praxistelefon sprechen zu müssen.

Dass Haus- und Facharztpraxen vor allem mit Service bei Patienten punkten können, gilt nicht nur für die bewährten Recall-Angebote, sondern auch im Bereich der Online-Terminvereinbarung.

So gaben 66 Prozent der Umfrageteilnehmer an, sich eine SMS-Erinnerung vor dem vereinbarten Termin zu wünschen. 42 Prozent wünschen sich im Anschluss an die Terminbuchung einen entsprechenden Kalendereintrag für ihr Smartphone.

Termintreue als Vorteil

Die Umfrage-Ergebnisse decken sich laut jameda, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Arztempfehlung, mit internen Statistiken. Auf www.jameda.de können Patienten direkt im Anschluss an ihre Arztsuche online einen Termin vereinbaren.

Mehrere tausend Nutzer machten jeden Monat davon Gebrauch. Arztpraxen profitierten dabei von echten Terminbuchungen und mehr Termintreue, da Patienten sich vorab mit ihrer E-Mail-Adresse registrieren und diese verifizieren müssten.

[04.05.2015, 16:26:00]
Dr. Ursula Kramer 
Nicht nur die Terminvereinbarung, sondern auch der Arztbesuch zunehmend online
Der Wunsch nach Flexibilität und Komfort beflügelt generell neue Online-Services in der Gesundheitsversorgung. 2020 sollen fast 80 Millionen Menschen weltweit den Arzt zuhause via Monitor bzw. Smartphone empfangen und die selbst erfassten Messdaten online an ihren Arzt übertragen. 2014 waren es 14,3 Millionen (Quelle: Tractica 04/2015). Patienten sind den Online-Konsultationen und -Services gegenüber mehrheitlich aufgeschlossen (63%), hauptsächlich der Bequemlichkeit wegen, keine Anfahrtswege, keine Wartezeiten. Weitere Info auf dem Informations- und Bewertungsportal für Health-Apps - Healthon. zum Beitrag »
[04.05.2015, 14:42:24]
Dr. Richard Barabasch 
Jetzt will ioch ganz dringlich nur noch EINES wissen . . .
Na toll ! schöne NEue Welt !
Sag' mir nur einer, der Redakteur, oder die studieninitiatoren - egal wer, nur ehrlich:
WIEVIEL PROZENT der Arztpraxen, die sich diesen Luxus leisten, 24 Stunden Termine per Internet zu vergeben,
geben solche Termine an Krankenakssenpflichtversicherte mit Foto auf der Chip-Karte OHNE jedwede Absicht/Tatsache einer IgeL-Leistung ???

Unterfrage: lohnt sich dieser "Service" tatsächlich für eine reine Krankenkassenpflichtversicherte-Sprechstunde ?

Das würd' ich gerne wissen, meint
R.B. zum Beitrag »

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