Ärzte Zeitung, 14.06.2016

Kommentar

Praxishelfer Dr. Google

Von Marco Hübner

Dr. Google ist für Patienten zu einem wichtigen Berater geworden. Allein zwischen November 2013 und Oktober 2014 gingen mehr als 41 Millionen Suchanfragen zu den 50 wichtigsten Krankheitsbildern aus Deutschland ein, so eine Studie des Krankenversicherers Central. Viele Patienten kommen also vorinformiert in die Praxis.

Das ist grundsätzlich gut so, denn das lässt erkennen, dass der erkrankte Mensch etwas zur Therapie beitragen möchte, um schneller gesund zu werden. Nicht jeder Arzt sieht das allerdings so, wie eine Online-Umfrage der Bertelsmann Stiftung und der Barmer GEK zeigt: 45 Prozent denken, Dr. Google weckt falsche Ansprüche.

Sicher: So manche Eigenrecherche geht daneben. Ärzte müssen dann Fehlinterpretationen gerade rücken. Das kostet zusätzlich Zeit. Die Entwicklung lässt sich aber wohl kaum bremsen. Wichtig ist, dass Ärzte den Blick ihrer Patienten auf die richtigen Infos lenken.

Wer, im Rahmen rechtskonformer Möglichkeiten, eigene Infos auf die Praxishomepage stellt, macht Dr. Google sogar zu seinem Helfer. Etwa beim Beantworten häufig gestellter Fragen zu Krankheiten in der eigenen Praxis oder dem Verweisen auf sachgerechte Informationsangebote.

Das hilft Patienten in der Befriedigung ihres digitalen Informationsbedürfnisses und kann Ärzten eine Menge Zeit einsparen.

Lesen Sie dazu auch:
Umfrage zeigt: Dr. Google setzt Ärzte unter Druck

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text
Weitere Beiträge aus diesem Themenbereich

Medikamente auch einmal beherzt absetzen!

Viele Ärzte scheuen sich, Medikamente abzusetzen - obwohl sie wissen, dass dies Patienten oft hilft. Neuseeländische Wissenschaftler haben zwei paradoxe Gründe dafür gefunden. mehr »

Geht's auch etwas modischer in der Klinik?

Unsere Bloggerin Dr. Jessica Eismann-Schweimler hat Verständnis für die Klinik-Kleidungsvorschriften. Doch mit ein klein wenig Fantasie könnte man auch den unvermeidlichen Kasack hübscher gestalten, meint sie. mehr »

Sport im Alter schützt vielleicht vor Demenz

Dass Sport nicht Mord bedeutet, wissen Forscher schon lange. Jetzt haben Alters- und Sportwissenschaftler messen können, wie Sport das Gehirn im Alter verändert. Dient Fitness als Demenzprävention? mehr »