Ärzte Zeitung, 05.06.2008

Universität Oldenburg startet Bachelor-Studiengang Medizin

40 Studienplätze für Modellvorhaben / Kliniken wollen noch Votum des Wissenschaftsrates abwarten / Deutsch-niederländische Kooperation

OLDENBURG (cben). Die Universität Oldenburg will als erste deutsche Uni einen Modellstudiengang zum Bachelor und Master der Medizin anbieten. Die drei Krankenhäuser in Oldenburg sind grundsätzlich zur Kooperation bereit.

Jährlich 40 Studienplätze will die Niedersächsische Universität zusammen mit der holländischen Partneruniversität Groningen anbieten. Die Planungen seien weit fortgeschritten, heißt es.

Nach den Oldenburger Plänen können die Studierenden einen deutsch-niederländischen Abschluss machen. Bereits in zweieinhalb Jahren wolle man beginnen, teilte die Uni Oldenburg mit. Mit dem Vorstoß knüpft die Universität an die Vorgaben des Bologna-Abkommens an. Darin haben sich 40 Staaten darauf geeinigt, dass alle Universitäten Europas bis zum Jahr 2010 ihre Abschlüsse auf Bachelor und Master umstellen. Während etwa in den Niederlanden das Medizin-Studium entsprechend geändert wurde, entschied man sich in Deutschland gegen die neue Struktur.

Nun macht Oldenburg für die Mediziner den Anfang. "Wir sind überzeugt, dass es sich beim Bachelor und Master um geltendes Recht handelt, das so oder so durchgesetzt werden wird, auch in Deutschland", sagte Gerhard Harms, der Pressesprecher der Universität, zur "Ärzte Zeitung".

Sollte der Coup gelingen, hätte die Oldenburger Uni sich in der Tat glänzend positioniert. "Wir wollen unsere Chance nutzen!", sagte Harms. Unterdessen halten sich die Kliniken in Oldenburg zum Thema bedeckt. Sie wollen das Votum des Wissenschaftsrates abwarten. Der Wissenschaftsrat in Hannover muss Empfehlungen für die Oldenburger Initiative abgeben. "Fallen sie negativ aus, wird die Politik unserem Vorhaben kaum folgen", so Harms. Die Universität erwartet die Voten des Rates im Juli und im September dieses Jahres.

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