Ärzte Zeitung, 19.06.2008

Boehringer Ingelheim mit Interesse an Actimis

Erste Biotech-Akquisition in der Firmengeschichte / Koppelung an Meilensteine

INGELHEIM (dpa). Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will das USamerikanische Biotech-Unternehmen Actimis Pharmaceuticals für bis zu 515 Millionen Dollar (etwa 334 Millionen Euro) übernehmen.

Boehringer Ingelheim werde schrittweise Anteile an Actimis erwerben, teilte das Unternehmen mit. Die Vereinbarung sei an das Erreichen vorher festgelegter Forschungsfortschritte mit dem Asthmamittel AP768 geknüpft.

Wenn der Wirkstoff, der sich derzeit in der klinischen Phase-I befinde, erfolgreich die Phase III durchlaufe, werde Boehringer Ingelheim 100 Prozent der Actimis-Anteile besitzen. "Die Entwicklungskandidaten von Actimis bieten uns eine innovative Verstärkung auf dem Gebiet der Atemwegserkrankungen", wird Andreas Barner, verantwortlich bei Boehringer für die PharmaForschung, Entwicklung und Medizin in einer Unternehmensmitteilung zitiert.

Für Boehringer ist dies die erste Biotech-Übernahme der Firmengeschichte. Mit ihrem wichtigsten Medikament, dem lang wirksamen Anticholinergikum Tiotropium (Spiriva®), setzte das Familienunternehmen 2007 knapp 1,8 Milliarden Euro um.

2007 wies der Konzern ein um zwei Prozent rückläufiges Betriebsergebnis von 2,1 Milliarden Euro aus. Der Umsatz legte zwar um 3,6 Prozent auf 10,95 Milliarden Euro zu. Die Konkurrenz durch Generika für das Arthritismittel Mobec® (Meloxicam) und der starke Euro hatten aber insgesamt zu einem Umsatzverlust von mehr als fünf Prozent geführt. Für das laufende Geschäftsjahr hat Boehringer Ingelheim in örtlichen Währungen ein Umsatzplus von neun Prozent und ein Betriebsergebnis auf Vorjahresniveau in Aussicht gestellt.

Topics
Schlagworte
Unternehmen (10496)
Organisationen
Boehringer Ingelheim (793)
Wirkstoffe
Meloxicam (10)
Personen
Andreas Barner (60)

Schreiben Sie einen Kommentar

Überschrift

Text

Sind Computer bald die besseren Psychotherapeuten?

Immer mehr Online-Psychotherapien drängen auf den Markt. Die meisten sind weder besonders einfühlsam noch allzu intelligent. Dennoch sind die Erfolge erstaunlich. mehr »

Kollege Computer, übernehmen Sie!

Eine computer-basierte Verhaltenstherapie kann Insomnie-Patienten den Schlaf zurückgeben. Der Erfolg ist ähnlich gut wie durch menschliche Therapeuten, bescheinigt ein kalifornischer Professor. mehr »

Kein frisches Geld in Sicht

Die umfassende Studien-reform soll zunächst ohne zusätzliches Geld auskommen. Darauf haben sich Bund und Länder geeinigt, wie aus dem vertraulichen Papier hervorgeht. mehr »