Ärzte Zeitung, 28.07.2008

Vattenfall will sein Stromnetz loswerden

Branche erlebt Dämpfer

BERLIN (dpa). Nach Deutschlands größtem Energiekonzern E.ON hat auch die Nummer vier, Vattenfall, den Verkauf seiner Stromnetze angekündigt. Die deutsche Tochter des schwedischen Staatskonzerns begründete dies am Freitag mit dem zunehmenden politischen Druck auf die Versorger.

Der Vorstandschef von Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, will bereits in den nächsten Tagen Kontakt zu Investoren aufnehmen. Der Wert des Netzes wird in der Branche auf bis zu eine Milliarde Euro geschätzt. Vattenfall will den Verkauf spätestens in der ersten Jahreshälfte 2009 über die Bühne bringen.

Die EU-Kommission freute sich. "Ich bin überzeugt, dass der Verkauf des Netzes sowohl den Verbrauchern als auch den Elektrizitätsgesellschaften mehr Wettbewerb und mehr Entscheidungsfreiheit verschafft", hieß es in einer Erklärung von Energiekommissar Andris Piebalgs. Brüssel will die Marktmacht der großen Stromversorger durch eine harte Regulierung brechen.

Deutschland hatte aber kürzlich mit Frankreich und anderen EU- Ländern eine zwangsweise Trennung von Produktion und Leitungsnetzen verhindert. Jetzt schaffen die Stromriesen selbst Fakten und bieten ihre Netze, die zu niedrigere Renditen bringen, zum Verkauf an.

Der Vattenfall-Plan gilt in der Branche deshalb als weiterer Dämpfer für die Regierung. Deren Position gegenüber Brüssel bei der Neuordnung der Energiemärkte werde geschwächt.

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