Ärzte Zeitung online, 07.08.2008

Bayer Schering Pharma übernimmt Onkologie-Programm von Nycomed

BERLIN (maw/dpa). Der Arzneimittelhersteller Bayer Schering Pharma baut nach eigenen Angaben seine Forschungspipeline in der Onkologie aus. Dazu erwirbt Bayer das präklinische Anti-Krebsprogramm des Mitbewerbers Nycomed. Übernommen werden auch Entwicklungs- und Vermarktungsrechte.

Die Vereinbarung umfasst zwei potenzielle Entwicklungskandidaten und weitere Wirkstoff-Verbindungen. Alle Substanzen greifen nach Unternehmensangaben an einem Protein an, das eine wesentliche Rolle für das Wachstum und Überleben von Krebszellen spielt. Bayer Schering Pharma erhält sämtliche Entwicklungs- und Vermarktungsrechte aus diesem Programm. Für das Unternehmen bedeutet diese Transaktion den Ausbau seines Portfolios, nachdem Nycomed sich aus strategischen Gründen aus der Forschung und Entwicklung im Bereich der Onkologie zurückzieht.

"Die Übernahme dieses vielversprechenden Programms erweitert unser Forschungsportfolio in der Onkologie und ist eine gute Ergänzung zur vorhandenen Pipeline", sagte Prof. Andreas Busch, Vorstandsmitglied von Bayer Schering Pharma und verantwortlich für den Bereich Global Drug Discovery.

Bayer leistet für die Übernahme eine Vorabzahlung. Weitere Beträge sind für das Erreichen bestimmter präklinischer und regulatorischer Meilensteine vereinbart. Das Gesamtvolumen der Transaktion kann sich auf bis zu 52 Millionen Euro belaufen.

Die Onkologie ist einer von vier Schwerpunkten der Bayer Schering Pharma-Forschung mit Kompetenzzentren in Berlin und Wuppertal. Bekanntestes Produkt aus dem Bereich der Krebsforschung ist der Multi-Kinase-Hemmer Nexavar® mit dem Wirkstoff Sorafenib, der bereits in zahlreichen Ländern für die Behandlung von Nieren- und Leberkrebs zugelassen ist und für weitere Indikationen geprüft wird. Daneben befinden sich mehrere neue Wirkstoffkandidaten in der klinischen Entwicklung.

Der dänische Arzneimittelhersteller Nycomed hatte Anfang vergangenen Jahres die Pharmasparte des ALTANA-Konzern für 4,7 Milliarden Euro gekauft. Nycomed setzt statt Forschung stärker auf Lizenzkäufe für neue Präparate und externe Entwicklungspartner.

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