Ärzte Zeitung online, 11.08.2008

Apotheker richten sich auf die Liberalisierung des Marktes ein

NEU-ISENBURG (maw). Mehr als drei Viertel der Apotheker in Deutschland rechnen damit, dass es zu einer Liberalisierung des Apothekenmarktes kommen wird. Das ist das Ergebnis einer aktuellen repräsentativen Umfrage des Friedrichsdorfer Pharmaunternehmens AxiCorp unter 250 selbstständigen Apothekern.

38 Prozent der Befragten gehen nach Angaben von AxiCorp demnach davon aus, dass eine Liberalisierung unmittelbar bevorsteht; 45 Prozent der Apotheker sind dagegen der Meinung, dass es erst in einigen Jahren zu einer Marktöffnung kommen wird. Etwa jeder sechste Apotheker (13 Prozent) geht davon aus, dass alles bleibt wie es ist.

Konkret rechnen die Apothekenleiter mit der Zulassung von Fremd- und unbeschränktem Mehrbesitz (jeweils 68 Prozent). Neun von zehn Apothekern rechnen damit, dass sich auf Dauer Oligopole bilden werden.

Die Umfrage fand heraus, dass nach Ansicht von 71 Prozent der Befragten zwar immer mehr Menschen erkennen, dass die unabhängige Apotheke die Arzneimittelversorgung sichere. 97 Prozent der Apotheker sind jedoch der Meinung, dass auch externe Impulse für eine Liberalisierung kämen: Neben den Handelskonzernen (82 Prozent) treiben demnach Medien (53 Prozent) und Politik (39 Prozent) die Liberalisierungsdebatte am meisten voran.

Außer der Bundesregierung und der EU-Kommission (jeweils 30 Prozent) trauen die selbstständigen Pharmazeuten vor allem der Wirtschaft eine Einflussnahme auf die Ausgestaltung des Apothekenmarktes zu (22 Prozent). Dagegen räumen nur zehn Prozent der Apotheker der eigenen Standesvertretung Möglichkeiten zur Mitsprache ein.

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