Ärzte Zeitung online, 22.08.2008

MLP beschließt Kapitalerhöhung - Befreiungsschlag gegen Swiss Life

WIESLOCH (dpa). Eine Woche nach dem Einstieg von Swiss Life setzt der Finanzdienstleister MLP zum Befreiungsschlag gegen den ungeliebten Großaktionär an.

Mit Hilfe einer Kapitalerhöhung, die von den Versicherern Allianz, Axa und Uberior Ena gezeichnet wurde, begrenzt MLP den Einfluss der Schweizer: Ihr Anteil sinkt unter 25 Prozent und damit unter die Sperrminorität, sofern sie nicht im Hintergrund bereits weitere Anteile erworben haben.

"Durch diesen gemeinsamen Schritt von MLP und bedeutenden Produktpartnern sichern wir dauerhaft das Geschäftsmodell des unabhängigen Beratungshauses", hieß es in einer MLP-Mitteilung. "Eine feindliche Übernahme ist durch diesen Schritt faktisch ausgeschlossen", sagte ein MLP-Sprecher. Durch den Einstieg der drei Versicherer lägen nun rund 42 Prozent der MLP-Anteile bei Investoren, die das "Geschäftsmodell dauerhaft erhalten wollen".

Aufsichtsratschef Manfred Lautenschläger und seine Familie halten zusammen rund 32 Prozent an MLP. Insgesamt hat der Finanzdienstleister knapp zehn Millionen neue Aktien ausgegeben, dadurch fließen ihm etwa 123 Millionen Euro zu. Mit dem eingenommenen Geld will MLP selbst aktiv an der Konsolidierung teilnehmen.

Die Allianz kündigte am Abend an, ihren Anteil von nun 4,6 Prozent auf etwa sieben Prozent ausbauen zu wollen. Eine Kontrollmehrheit werde nicht angestrebt. "Die langfristige Wahrung der Unabhängigkeit von MLP ist im Interesse des Marktes", hieß es in der Mitteilung. Auch HBOS, deren Tochter Uberior nun zu den Aktionären gehört, verwies auf die Bedeutung der Finanzberatung von unabhängiger Seite. "Mit der Beteiligung an MLP demonstriert die HBOS-Gruppe ihre Unterstützung für den Markt der unabhängigen deutschen Finanzberatung und die weitere Unabhängigkeit von MLP."

Die Swiss Life, die im vergangenen Jahr das Ruder beim MLP-Konkurrenten AWD übernommen hatte, war in der vergangenen Woche ohne vorheriger Absprache bei MLP eingestiegen. Dazu kaufte sie AWD-Chef Carsten Maschmeyer insgesamt 26,75 Prozent der MLP-Papiere ab, die dieser sich zuvor gesichert hatte. MLP bezeichnete den Einstieg als unerwünscht und feindlich.

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