Ärzte Zeitung, 09.10.2008

Wie sich die Hersteller gegen Nachahmer wappnen

Um sich gegen Nachahmer zu behaupten, setzen Hersteller von Innovationen auf Prävention.

Von Rebekka Höhl

Mit der Bewilligung des Patents müssen die Hersteller ihre "Erfindung" vollständig offenlegen. Dadurch haben Nachahmer ein leichtes Spiel, sich auf den eigenen Markteintritt vorzubereiten - teilweise sogar schon vor Patentablauf. Zusätzlich können sie mit dem Patentinhaber über eine Lizenz verhandeln, die einen so genannten early entry einige Monate vor Patentauslauf erlaubt.

Ob die Nachahmer nun früher oder mit Patentauslauf kommen - der Hersteller des Originals wird längst eine neue Strategie parat haben und ein aktives Life-Cycle-Management betreiben, um sein Ursprungsprodukt - wenn nötig, in abgewandelter Form - möglichst lange erfolgreich auf dem Markt zu halten.

Das geschieht zum einen, indem der Hersteller permanent versucht auszuloten, für welche Indikationen das Medikament noch geeignet sein könnte. Dabei ist der Austausch mit Ärzten sehr wichtig. Denn von dieser Seite können wertvolle Hinweise kommen - und das nicht nur zu neuen Anwendungsgebieten.

Denn ein weiterer wichtiger Ansatzpunkt der Patentinhaber ist die Frage: Wie anwenderfreundlich ist das Medikament? Ohne Rückmeldung von Ärzten und deren Patienten kaum zu beantworten. Gerade hier lassen sich aber Vorteile gegenüber Generikaherstellern, die mit dem Nachahmerpräparat auf den Markt drängen, erarbeiten. Ist etwa bekannt, dass die Einnahme von drei Tabletten über den Tag verteilt Probleme bei der Compliance der Patienten bringt, wird der Hersteller versuchen das Medikament umzuformulieren, so dass die Einnahme nur einer Tablette reicht.

Ähnlich verhält es sich, wenn der Hersteller erfährt, dass Ärzte das Monopräparat generell in Kombination mit einem anderen Wirkstoff verordnen. Dann lohnt es sich über eine Kombitablette nachzudenken. Oder aber es muss eine ganz andere Darreichungsform her, weil erst nachträglich bekannt wird, dass mit einer Erkrankung etwa häufige Übelkeit einhergeht. Hier würde es sinnvoll sein, den Wirkstoff statt vielleicht wie bisher nur in Form einer Tablette etwa auch als Nasenspray anzubieten.

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